So (wenig) sparen Eltern für ihre Kinder

Berater von Florian Burghardt

Laut einer Umfrage der Swiss Life Deutschland sorgt nur eine Minderheit der Eltern finanziell für den Nachwuchs vor. Die Umfrageergebnisse zeigen auch, welche Geldanlagen sie dabei bevorzugen und warum die Mehrheit der Eltern nichts spart.

Nur 40 Prozent der Eltern sparen konkret etwas für ihre Kinder.

Nur 40 Prozent der Eltern sparen konkret etwas für ihre Kinder. Bild: Picture Alliance

Zahlreiche Untersuchungen und Umfragen kommen immer wieder zu demselben Ergebnis: Wer frühzeitig die Notwendigkeit ergänzender Vorsorge erkennt, für den sinkt das Risiko, als Rentner von Altersarmut bedroht zu sein. So lautet auch das Fazit einer kürzlich vom IW Köln veröffentlichten Studie.

Zu dieser Erkenntnis und deren Umsetzung lassen Eltern ihre Kinder aber überwiegend selbst kommen. Sechs von zehn Eltern sorgen nämlich finanziell nicht für ihren Nachwuchs vor. Das geht aus einer Yougov-Umfrage unter 1.154 Elternteilen im Auftrag der Swiss Life Deutschland hervor.

Vorsorge? Warum sollte ich?

Das Hauptargument der Eltern, die nicht konkret etwas für ihre Kinder sparen ist, dass sie es sich nicht leisten können (40 Prozent). Ein erheblicher Anteil der Befragten gab aber auch an, dass sie keinen Grund zur Vorsorge sehen (28 Prozent). Gerade einmal drei Prozent sagten, dass sie aufgrund mangelnden Wissens nichts für ihre Kinder sparen würden. Eine andere Umfrage hatte den Anteil der Ahnungslosen in Versicherungs- und Finanzthemen noch deutlich höher skizziert.

Den Eltern, die für ihre Kinder vorsorgen, ist bei der Geldanlage vor allem Sicherheit wichtig (53 Prozent). Nur für 13 Prozent der Befragten steht die Flexibilität an erster Stelle und lediglich acht Prozent setzen auf Rendite.

„Sichere“ Anlagen nagen am Kundengeld

Dies schlägt sich auch in der Auswahl der Geldanlage für die Kleinen nieder. Der Großteil (39 Prozent) verfügt über ein Sparbuch und jeder vierte vorsorgende Elternteil steckt Geld in Immobilien oder eine Lebens- beziehungsweise Rentenversicherung für sein Kind. Aktien und Fonds sind nur für 15 Prozent der Eltern interessant.

„Es überrascht, dass die Rendite hier für viele einen so geringen Stellenwert hat“, sagt Daniel von Borries, seit November 2016 CFO bei Swiss Life Deutschland. Seine Empfehlung: „Aktienbasierte Anlagen – sei es in Form von Fonds oder als Motor einer Rentenversicherung – sind langfristig eindeutig die bessere Alternative zum Sparbuch.“

Dieses Umdenken erfolgt bei den deutschen Anlegern aber noch sehr langsam und in kleinen Schritten. Oberste Priorität hat weiterhin die Sicherheit der Geldanlage, wie sie vermeintlich von Sparbuch, Tages- und Festgeld geboten wird. Doch weil deren Verzinsung zum Teil deutlich unter der Inflationsrate liegt, nagen diese Anlageformen eher am Geld der Kunden, als dass sie es mehren. Laut einer Studie der Comdirect Bank würde jeder deutsche Haushalt somit in den nächsten 20 Jahren rund 14.000 Euro verlieren, sollte sich der aktuelle Niedrigzinstrend fortsetzen. 

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