Rente: Heute Zeitarbeiter, morgen "Aufstocker"

Berater von Florian Burghardt

Unabhängig von ihrer Generation sieht die Bertelsmann-Stiftung ein hohes Armutsrisiko auch bei alleinstehenden Frauen. Deren Grundsicherungsquote wird laut den Hochrechnungen zwischen 2015 und 2036 von 16 auf fast 28 Prozent steigen. Um finanziell besser für die Rente gewappnet zu sein, hatte die Bundesregierung kürzlich in ihrem Gleichstellungsbericht Frauen den vermehrten Abschluss von bAV-Verträgen empfohlen.

Das Risiko „aufstocken“ zu müssen steigt gemäß der Studie auch bei Langzeitarbeitslosen von 19 auf 22 Prozent bis zum Jahr 2036. Die Grundsicherungsquote bei Menschen ohne Berufsausbildung wird sich von 10 auf 14 Prozent erhöhen.

Risikogruppen brauchen besondere Hilfe

Aufgrund dieser Ergebnisse üben die Studienautoren auch Kritik an der Politik. „Die aktuellen Reformdebatten gehen oft an der Wirklichkeit vorbei und lösen kaum die grundlegenden Ursachen der Altersarmut. Diskussionen um eine Stabilisierung des Rentenniveaus helfen Risikogruppen nicht weiter, die schon während ihrer Berufsjahre nur schlecht von ihrem Gehalt leben können“, so Christof Schiller, Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann-Stiftung.

Um das Risiko der Altersarmut in Deutschland gezielt bekämpfen zu können, müsse gleichzeitig an unterschiedlichen Punkten angesetzt werden. Die Studienautoren empfehlen deshalb:

  • Die nachhaltige Vermittlung von Risikogruppen in den Arbeitsmarkt muss erhöht werden.

  • Brüche im Erwerbsverlauf eines Menschen sollten durch die Arbeitsmarktpolitik besser pro-aktiv abgesichert werden.

  • Das Alterssicherungssystem muss so umgebaut werden, dass es besser vor Nullzinsphasen, unsteten Erwerbsbiographien und niedrigen Erwerbseinkommen schützt.

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