PKV: Privat bezahlte Behandlungskosten und die Steuer

Berater von Martin Thaler

Wer Arztkosten aus eigener Tasche bezahlt, um von seiner Versicherung eine Rückerstattung zu bekommen, sollte aufpassen. Denn die privat gezahlten Behandlungskosten lassen sich nicht von der Steuer absetzen.

Sind privat bezahlte Behandlungskosten von der Steuer absetzbar, selbst wenn diese von der Versicherung erstattet würden?

Sind privat bezahlte Behandlungskosten von der Steuer absetzbar, selbst wenn diese von der Versicherung erstattet würden? Foto: hrohmann - Pixabay.de

Wer als Privatversicherter auf die Idee kommt, Krankenbehandlungskosten aus eigener Tasche zu bezahlen, um von seinem PKV-Anbieter eine Beitragsrückerstattung zu erhalten, sollte sich diese Entscheidung gut überlegen: Denn die Kosten kann der Versicherte nicht von der Steuer absetzen, wie das Finanzgericht Berlin-Brandenburg jüngst entschied (Az: 11 K 11327/16).  

Der Fall  

Ein Mann machte in seiner Steuererklärung die von ihm bezahlten Beiträge zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung geltend. Das Finanzamt bekam allerdings Wind von einer gewährten Beitragsrückerstattung der Krankenversicherung. Daraufhin berücksichtigte das Finanzamt nur noch die gezahlten Beiträge minus die erwähnte Erstattung.

Dagegen legte der Mann Protest ein: Er habe für Arztkosten deutlich mehr aus eigener Tasche bezahlt, als er durch die Erstattung zurückbekommen habe. Deswegen verlangte der Mann, dass diese Ausgaben als außergewöhnliche Belastungen steuerlich berücksichtigt werden.  

Das Urteil  

Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg schloss sich dieser Auffassung allerdings nicht an. Privates Zahlen der Arztrechnungen sei nicht, wie in § 10 Absatz 1 Nr. 3 Satz 1a Einkommenssteuergesetz (EStG) vorgesehen, als Beitrag zu einer Krankenversicherung anzusehen.  

Weiterhin lägen keine außergewöhnlichen Belastungen im Sinne von § 33 EStG vor. Zwar würden hierunter durch sehr wohl Krankheitskosten fallen, aber nur, wenn diese Kosten dem Steuerpflichtigen zwangsläufig erwüchsen. Davon könne aber im vorliegenden Fall keine Rede sein, da der Mann auf die Erstattung seiner Versicherung bewusst verzichtet habe. Die Klage des Mann wurde demzufolge abgewiesen.