Irreführende Werbung: Vermittler muss sich beugen

Berater Recht & Haftung von Florian Burghardt

Die Wettbewerbszentrale hat die Online-Werbung eines Versicherungsvermittlers unterbunden. Was er falsch gemacht hat und wann man sich als Testsieger bezeichnen darf.

Der Vermittler musste sich den Beanstandungen der Wettbewerbszentrale beugen und seine Werbung entsprechend anpassen.

Der Vermittler musste sich den Beanstandungen der Wettbewerbszentrale beugen und seine Werbung entsprechend anpassen. Bild: Alexas_Fotos/Pixabay.com

Versicherungsvermittler können im Internet vieles falsch machen. Sei es bei der Erstellung von Impressum und Erstinformation oder bei ihrer Online-Werbung. Um rund 20 Prozent stieg diesbezüglich im vergangenen Jahr die Zahl der Beschwerden gegen Vermittler. Das erklärte die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs in ihrem Jahresbericht 2016.

Dass dieser Trend in 2017 nicht abzureißen scheint, belegt ein aktueller Fall. Dabei war die Wettbewerbszentrale auf einen Vermittler zugegangen, der sich auf die Vermittlung von Reisekrankenversicherungen spezialisiert hat. Er hatte online mit dem Slogan „Beim Testsieger buchen und sparen“ geworben. In seiner GoogleAdwords-Anzeige fand sich darüber hinaus der Hinweis „Alle großen Versicherer im Vergleich“.

Kein Testsieger ohne Test

Die Wettbewerbszentrale beanstandete dies jedoch, da der Vermittler lediglich Produkte von sechs Anbietern in seinem Portfolio vorweisen konnte. Der Hinweis auf den Vergleich aller großen Versicherer sei somit irreführend, erklärte die Kontrollinstitution mit Sitz in Bad Homburg.

Ebenso lag für den Vermittler kein Test vor, der ihn berechtigte, sich als „Testsieger“ zu bezeichnen. Auch diese Aussage wurde deshalb von der Wettbewerbszentrale als irreführend beanstandet.

Der Vermittler hat sich nun dazu verpflichtet, in Zukunft auf den Hinweis „Alle großen Versicherer im Vergleich“ zu verzichten und hat dafür auch eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben. Hinsichtlich der Werbung mit „Testsieger“ wurde ebenfalls eine Unterlassungserklärung unterzeichnet. Diese erfolgte mit der Maßgabe, dass die Werbung jedenfalls solange unterlassen wird, bis ein solcher Test durchgeführt worden ist und eine entsprechende Fundstelle in der Werbung angegeben werden kann.

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