Immobilienfonds sollen immer mehr leisten

Investmentfonds von Martin Thaler

Doch mit immer mehr Geld, das den Fonds zufließt, steigen auch deren Probleme, das Geld gewinnbringend zu investieren. Denn am Markt – insbesondere in Deutschland und Frankreich, wo die Fonds investieren möchten -  sind immer weniger geeignete Immobilien zu finden. So gehen dann auch 45 Prozent der Anbieter von einer höheren Liquiditätsquote als zu Beginn dieses Jahres aus, nur 15 Prozent glauben an eine sinkende Quote. Die Quoten waren bereits zuletzt gestiegen, wie Untersuchungen von Scope zu Beginn des Jahres zeigten. So hatte die durchschnittliche Quote im vergangenen Jahr deutlich zugelegt – von 21 auf 22,9 Prozent.  

Die Liquiditätsquote bildet auch eine wichtige Kennzahl für Anleger. Wie hoch diese ausfallen sollte, ist jedoch von der Ausprägung des Fonds abhängig, wie Scope-Analystin Julia Knorr im procontra-Interview erläuterte.  

Steigende Erwartungshaltung

Ein weiteres Problem, das sich für die Fondsmanager eröffnet, ist die steigende Erwartungshaltung seitens Investoren und Vertrieben. So erwarten mittlerweile 30 Prozent der Befragten eine Zielrente von über vier Prozent (knapp 7 Prozent sogar über fünf Prozent) – vor zwei Jahren waren es mit 16 Prozent nur knapp die Hälfte. Weitere 37 Prozent erwarten darüber hinaus eine Zielrendite von über drei Prozent.  

Um diese Rendite zu erreichen, scheint man bereit zu sein, verstärkt ins Risiko zu gehen. 40 Prozent gaben an, hierfür auf risikobehaftete Value-Add-Immobilieninvestments auszuweichen. Dies ist ein Ansatz, der auf aktive Wertsteigerungen von Immobilien aus ist, die durch Renovierungen etc. aufgewertet werden, dadurch einen höheren Mieterbestand erzielen und anschließend verkauft werden.  

Die Ratings zu den einzelnen offenen Immobilienfonds wird Scope im Rahmen der Veröffentlichung ihrer Marktstudie in der kommenden Woche bekannt geben. 

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