Immobilienfonds sollen immer mehr leisten

Investmentfonds von Martin Thaler

Unter Anbietern, Vertrieben und Investoren offener Immobilienfonds herrscht Hochstimmung - und diese wird wohl auch noch einige Zeit andauern. Doch das Stimmungshoch ist nicht unproblematisch.

Das Analysehaus Scope (hier Analystin Sonja Knorr) hat die Stimmung unter den Anbietern offener Immobilienfonds untersucht.

Das Analysehaus Scope (hier Analystin Sonja Knorr) hat die Stimmung unter den Anbietern offener Immobilienfonds untersucht. Foto: Scope

Es ist gerade einmal wenige Wochen her, dass die letzten der sich in Abwicklung befindlichen offenen Immobilienfonds an die jeweiligen Depotbanken übergeben wurden. Noch einmal wurden die Auswirkungen, die die Finanzkrise 2008 auf zahlreiche offene Immobilienfonds hatte, offenbar. Zahlreiche Fonds mussten aufgrund von Liquiditätsproblemen gleich komplett dichtmachen.  

Doch diese Zeiten scheinen längst vergessen, offene Immobilienfonds stehen bei den Anlegern hoch im Kurs. Das zeigte sich zum einen daran, dass einige Immobilienfonds im vergangenen Jahr einen zeitweiligen „soft close“ durchführen mussten, da sie die steigenden Zuflüsse der Anleger nicht mehr anlegen konnten.

Anbieter planen neue Produkte

Zum anderen spiegelt sich das wiedererstarkte Anlegervertrauen auch im Stimmungsbild der Anbieter wider. Denn einer Umfrage der Ratingagentur Scope zufolge herrscht Hochstimmung bei den Anbietern: 60 Prozent der 13 befragten Unternehmen sprachen von einer guten Lage, 40 Prozent sogar von einer sehr guten Lage. Diese Einschätzungen bestehen nicht nur für dieses Jahr, auch ins kommende Jahr blicken die Anbieter erwartungsfroh. Auch unter Investoren und Vertrieben steigt die Stimmung – so gab mehr als die Hälfte der hier Befragten an, dass offene Immobilienfonds in den kommenden drei Jahren einen Bedeutungszuwachs erleben werden – sowohl für institutionelle Investoren als auch für Privatkunden.  

Damit in direktem Zusammenhang steht die Erwartung, dass auch die Mittelzuflüsse weiter steigen werden – 60 Prozent der Unternehmen rechnen gar mit „deutlichen Zuflüssen“. Allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres flossen laut BVI-Statistik rund 2,2 Milliarden Euro in OIFs. Um diese Mittel auch nutzen zu können, planen zahlreiche Anbieter neue Produkte. So gaben alle der 13 befragten Anbieter an, in den kommenden drei Jahren neue Fonds auflegen zu wollen.  

Seite 1: In der Branche herrscht Hochstimmung
Seite 2: Erwartungshaltung und Liquiditätsquote steigen

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare