EU-Rente soll Riester Konkurrenz machen

Versicherungen Top News von Martin Thaler

Folgende Kernpunkte kündigte der EU-Kommissar dabei an:  

  • Anbieter, die PEPP-Produkte vertreiben wollen, benötigen eine Erlaubnis von der europäischen Versicherungsaufsicht EIOPA. Voraussetzung für die Zulassung werden unter anderem strenge Informations- und Vertriebs-Auflagen sein.  

  • Sparer sollen das Recht bekommen, alle fünf Jahre bei gedeckelten Kosten den Anbieter zu wechseln.  

  • Den Anlegern sollen zwischen fünf Investment-Optionen wählen können. Diese können sie alle fünf Jahre kostenfrei wechseln  

  • Die eingezahlten Beiträge werden den Sparern, die die Variante mit geringem Anlagerisiko gewählt haben, garantiert  

  • Sparer können ihr Produkt behalten, auch wenn sie in ein anderes Land ziehen  

  • Die PEPP-Anbieter, also Versicherer, Banken, Vermögensverwalter etc., müssen das Geld ihrer Kunden nach dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht, dem sogenannten Prudent Person Principle, anlegen  

  • Die Kosten und Gebühren für die PEPP-Anleger sollen komplett transparent gestaltet sein  

  • Die Anbieter dürfen das Geld auf verschiedene Art und Weise wieder auszahlen (Einmalzahlung, Rente etc.)  

Zustimmung zum Vorschlag kam unter anderem von Sven Giegold, Mitglied der Grünen im Europäischen Parlament. „Wenn für alle Anbieter die gleichen Regeln gelten, profitiert der Verbraucher von einem echten europäischen Wettbewerb unter Versicherungen“, lobte Giegold. Zwar sei PEPP kostensparenden Modellen wie dem schwedischen Bürgerfonds unterlegen, doch würde es den Menschen erleichtern, bessere und günstigere Angebote aus anderen EU-Staaten zu finden, wenn der heimische Markt nichts hergebe.  

Hierbei nahm Giegold auch Bezug auf die deutsche Riester-Rente: „Während die deutsche Riester-Rente Verbraucher mit übermäßigen Kosten belastet, könnte die Europa-Rente ihnen mehr für weniger Geld bieten.“ Damit PEPP ein Erfolg werden könne, müsse sie steuerlich ebenso gefördert werden wie nationale Produkte, forderte Giegold mit Blick nach Berlin.  

Unterstützung gibt es auch vom europäischen Versicherungs-Dachverband Insurance Europe – allerdings nur, wenn die Kommission sicherstelle, dass es sich bei PEPP um ein langfristig angelegtes Rentenprodukt handele, stellte der Verband klar. Kritik gab es indes vom deutschen Versicherungsverband GDV, wie dem Handelsblatt zu entnehmen ist. Der Zeitung gegenüber erklärte Peter Schwark, dass man eine Verwässerung der sozialpolitischen Qualitätskriterien für die private Altersvorsorge befürchte.  

Mit dem Konzept müssen sich nun das Europäische Parlament sowie die Mitgliedsstaaten der EU beschäftigen. 

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