Die Versicherung und der abgeschleppte Ferrari

Berater von Martin Thaler

Was passiert, wenn es beim Abschleppen zu einem Unfall kommt? Wann muss die Versicherung zahlen, und wann darf sie die Leistung verweigern? Das OLG München musste entscheiden.

Was passiert, wenn es beim Abschleppen zu einem Unfall kommt? Muss die Versicherung leisten?

Was passiert, wenn es beim Abschleppen zu einem Unfall kommt? Muss die Versicherung leisten? Foto: lpswarny - pixabay.de

Wenn das eigene Auto liegen bleibt, ist man froh, wenn sich jemand bereit erklärt, einen abzuschleppen. Doch was passiert, wenn es hierbei zu einem Unfall kommt? Kommt die Kaskoversicherung hierfür auf? Diese Frage beschäftigte jüngst das OLG München (Az: U 3749/16)    

Der Fall  

Ein Mann, Besitzer eines Ferrari 400 GT, war mit seinem Fahrzeug wegen eines technischen Defekts liegengeblieben und rief daraufhin seinen Sohn an, dass dieser ihn abschleppen möge. Dieser kam dem Wunsch nach. Auf der Rückfahrt musste der Sohn wegen eines entgegenkommenden Motorradfahrers scharf abbremsen, so dass es zum einen Auffahren des Ferraris auf den abschleppenden Audi kam. Kurze Zeit später kam es zu einer zweiten Vollbremsung. Durch die beiden Kollisionen entstand an dem Ferrari ein Totalschaden. Der Autobesitzer verlangte daraufhin von seiner Kaskoversicherung 35.000 Euro (Wiederbeschaffungs- minus Restwert).  

Die Versicherung weigerte sich aber zu zahlen. Gemäß der Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die Kraftfahrtversicherung decke diese nur Unfallschäden. Schäden zwischen ziehendem und gezogenem Fahrzeug gehörten hier nicht dazu.  

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