Demografie: Immobilienpreise sinken um bis zu 25 Prozent

Sachwerte von Michael Fiedler

Immobilien boomen in Deutschland - doch nicht überall. Wie weit die Spreizung zwischen Metropolregionen und ländlichem Raum ist, zeigen aktuelle Untersuchungen. Im Podcast: Wie sich die demografische Entwicklung auf Immobilienpreise auswirkt.

Immobilien: Preise sinken bis 25%

Die Vermögensungleichheit wird zunehmen - warum das auch mit Immobilien und demografischer Entwicklung zu tun hat. Fotolia/ Osterland

Wie sich die demografische Entwicklung auf Immobilienpreise auswirkt, hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) untersucht. Kernergebnis: Die bereits jetzt festzustellende Polarisierung der Immobilienpreise in Deutschland wird sich verstärken.
Der Bevölkerungsrückgang – die Forscher gehen davon aus, dass die Einwohnerzahl in Deutschland bis 2030 um 2,1 Millionen zurückgeht – führt zu einer sinkenden Nachfrage nach Immobilien. Nach Rechnungen des DIW werden die Marktwerte für selbstgenutzte Eigentumswohnungen bis 2030 in einem Drittel aller deutschen Kreise und kreisfreien Städten um mehr als 25 Prozent sinken (siehe Grafik 1). „In 133 Landkreisen dürften sie um über ein Viertel zurückgehen und in nur etwas mehr als 50 Landkreisen um mehr als ein Viertel steigen,“ sagt Christian Westermeier, Ko-Autor der Studie.
Zugleich konzentriert sich der Preisanstieg bei Eigentumswohnungen in stärkerem Maße direkt auf die Ballungsregionen und weniger auf deren Umland wie bei den Ein- und Zweifamilienhäusern. Der Preisverfall bei den Ein- und Zweifamilienhäusern betrifft vor allem ländliche Regionen in Ostdeutschland. So dürften von den 100 der insgesamt 402 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland, in denen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um mehr als ein Viertel sinken, besonders viele in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern liegen. In und um Ballungszentren werden die Preise aufgrund der wachsenden Nachfrage und dem Trend zur Urbanisierung bis zum Jahr 2030 deutschlandweit in 32 Kreisen und kreisfreien Städten um mehr als ein Viertel steigen.

Vermögensungleichheit nimmt zu

Bereits im Herbst 2016 warnte der Wohnungs- und Immobilienmarktbericht des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) vor der starken Zweiteilung am deutschen Immobilienmarkt.
Auch DIW-Forscher Markus Grabka folgert aus der Spreizung, dass die Vermögensungleichheit zunehmen wird. Denn der selbstgenutzte Immobilienbesitz stelle den wichtigsten Vermögensbestandteil der privaten Haushalte dar, so Graka.
Warum sich die demografische Entwicklung bei Eigentumswohnungen stärker auswirkt, erklärt Markus Grabka im Podcast.

Hier steigen die Immobilienpreise besonders stark

Platz 5: Landkreis München
Nicht nur München boomt, auch im Speckgürtel, dem Landkreis München, steigen die Preise. Und zwar stärker als in der Stadt: Während dort bis 2030 von einem jährlichen Preisanstieg bei Wohnimmobilien von 1,3 Prozent ausgegangen wird, sollen im Landkreis die Preise um jährlich 1,8 Prozent anziehen. Teuer ist es mit durchschnittlich 4.690 Euro pro Quadratmeter allerdings schon heute - teurer sogar als in Hamburg (3.884) oder Frankfurt am Main (3.985). Foto: esiewert - fotolia.com