Beim Elementarschutz herrscht das Prinzip Hoffnung

Berater von Martin Thaler

Extremwetterereignisse sollen auch in Deutschland weiter zulegen - die deutschen Hausbesitzer interessiert dies allerdings nur wenig. Noch immer ist der Großteil von ihnen überzeugt, nicht Opfer von Starkregen und Hochwasser zu werden.

Das Unwetter im fränkischen Braunsbach sorgte für verheerende Schäden.

Das Unwetter im fränkischen Braunsbach sorgte für verheerende Schäden. Foto: dpa

Rund ein Jahr ist es her, dass das fränkische Braunsbach, eine Gemeinde mit etwas mehr als 2.000 Einwohnern, allen Deutschen zum Begriff wurde. Durch Starkregen ausgelöst verwandelte das lokale Bächlein den Ort in eine Schlammwüste und verursachte Schäden in Höhe von rund 100 Millionen Euro. Auch in anderen Ortschaften sorgten Extremwetterereignisse für verheerende Schäden, die auch für die Versicherer bemerkenswert waren.

Und die Zahl solch schwerer Wetterereignisse nimmt zu – sagen führende Klimawissenschaftler, wie der Kieler der Forscher Mojib Latif. Erst in der vergangenen Woche sorgte Sturmtief „Paul“ vor allem im Norden Deutschlands für schwere Schäden. Doch diese Erkenntnisse scheinen bei den Deutschen wenig Anklang zu finden – stattdessen überwiegt bei Deutschlands Hausbesitzern vorwiegend das Prinzip Hoffnung.  

Einer Umfrage der Swiss Life Deutschland zufolge, glaubt mehr als die Hälfte der Deutschen, dass sie Opfer von Starkregen-Ereignissen werden könnten. 54 Prozent erklärten es für überhaupt oder wenig wahrscheinlich, dass ein solches Ereignis Schäden an ihrem Wohngebäude, ihrem Hausrat. Ihrem Gewerbegebäude oder ihrer Landwirtschaft verursache. Beim Thema Hochwasser ist der Optimismus noch größer: Hier glauben 76 Prozent nicht, Opfer eines solches Ereignisses zu werden. Mit Rückstauschäden rechnen 67 Prozent der Befragten nicht.  

„Diese Risikoeinschätzung kann jedoch für viele Versicherungsnehmer überraschende Folgen haben. Denn treten doch Hochwasser- und Starkregenschäden auf, werden sie von einer Gebäude- oder Hausratversicherung nur dann übernommen, wenn ein Zusatzbaustein Elementarschadenversicherung abgeschlossen wurde“, berichtet Carsten Alisch, Produktmanager für Sachversicherungen bei Swiss Life Select.

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