bAV: 5 Versicherer vereinen ihre Kräfte

Versicherungen Top News von Martin Thaler

Der Bundestag hat das Betriebsrentenstärkungsgesetz beschlossen. Unmittelbar danach gaben fünf Versicherer bekannt, sich zum "Rentenwerk" zusammenschließen zu wollen.

Fünf Versicherer haben sich zum "Rentenwerk" zusammengeschlossen.

Fünf Versicherer haben sich zum "Rentenwerk" zusammengeschlossen.

Der Bundestag hat das Betriebsrentenstärkungsgesetz beschlossen und damit das von Sozialministerin Andrea Nahles entwickelte Sozialpartnermodell gesetzlich verankert. Zuvor war es im Bundestag noch zu einer kontroversen Debatte gekommen. Matthias Birkwald von der Partei "Die Linke" nannte das neue Betriebsrentemodell "eine Hoffnungsrente, eine Pokerrente oder eine Lottorente". Ins gleiche Horn stießen auch die Grünen, die wie die Linke gegen den Gesetzentwurf stimmte.

Unmittelbar, nachdem die Abgeordneten ihre Stimmen abgegeben hatten, meldeten sich fünf Versicherer zu Wort, die sich zu einem bAV-Konsortium zusammenschließen wollen.  

„Rentenwerk“ soll dieses heißen. Hieran beteiligt sind fünf Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit (bzw. zwei Aktiengesellschaften, die sich zu 100 Prozent im Eigentum von Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit befinden): die Barmenia, Debeka, Gothaer, die HUK-Coburg und die Stuttgarter. Zusammen wolle man Arbeitgebern und Gewerkschaften eine Betriebsrente anbieten, die diese an ihre Bedürfnisse anpassen können. „Die Tarifparteien können auf ein neues, solides Produkt zählen“, verspricht Debeka-Vorstandsvorsitzender Uwe Laue.  

Neues Schwergewicht am bAV-Markt

„Wir begrüßen die neuen Möglichkeiten des Gesetzes sehr. Es wird für Sozialpartner nun leichter, Belegschaften eigene Angebote für die Vorsorge zu unterbreiten. Dabei wollen wir unterstützen“, führt Laue weiter aus.  

Mit dem Zusammenschluss entsteht ein neues Schwergewicht im bAV-Markt, das mehr Bewegung in den von wenigen Unternehmen dominierten Markt bringen und die beteiligten Versicherer konkurrenzfähig machen soll.  „Durch die Reform entsteht mehr Bewegung – und das wird den Beschäftigen zugutekommen“, sieht Laue Vorteile für die Arbeitnehmer. Bereits heute verwalten die beteiligten Versicherer über eine Million Verträge in der betrieblichen Altersvorsorge.  

Auch in anderen Geschäftsfeldern haben Versicherer zuletzt auf Kooperationen gesetzt - zu nennen ist hier unter anderem das Unternehmen LM+, in dem sich die Krankenversicherer Barmenia, Hallesche, Signal Iduna und Gothaer zusammengeschlossen haben. 

Noch steht die die Zustimmung der deutschen Finanzaufsicht Bafin aus. Die erforderliche Fusionskontrollanmeldung sei allerdings bereits am 30. Mai eingereicht worden, berichten die Unternehmen. 

Bevor das Betriebsrentenstärkungsgesetz nun aber Realität werden kann, bedarf es noch der Zustimmung des Bundesrates. Dieser soll sich am 7. Juli mit dem Thema befassen. Sollte die Länderkammer zustimmen, kann das Gesetz - wie vorgesehen - im nächsten Jahr in Kraft treten.