Aktien: Die größten Zocker sind über 70

Investmentfonds von Florian Burghardt

Die ING-Diba hat das Anlageverhalten ihrer Kunden ausgewertet. Die Analyse überrascht vor allem mit Erkenntnissen zur Risikobereitschaft. Sie zeigt zum Beispiel, mit wie viel Geld Rentner spekulieren und wie sie dabei vorgehen.

Die ältesten Kunden des Geldhauses verfügen laut der Analyse über die wertvollsten Depots.

Die ältesten Kunden des Geldhauses verfügen laut der Analyse über die wertvollsten Depots. Bild: rudyanderson/Pixabay.com

An sich sind die Deutschen bei der Geldanlage eher konservativ und setzen auf Sicherheit – das haben schon mehrere Umfragen gezeigt. Gerade wenn es auf den Lebensabend zugeht, dürfte die Risikobereitschaft beim Ersparten noch einmal kleiner werden, könnte man meinen. Das Gegenteil ist aber zumindest bei den Kunden der ING-Diba der Fall. Dort zeigen Rentner die größte Aktien-Affinität.

Das hat das Geldinstitut bei einer Analyse seiner rund 8,5 Millionen Kunden herausgefunden. Etwa 1,3 Millionen von ihnen verfügen über ein Wertpapier-Depot. Obwohl auch immer mehr junge Menschen nach Aktien und Fonds fragen, sind die 24-Jährigen unter den Depot-Inhabern am wenigsten präsent (11 Prozent). Bei den 74-Jährigen sind es hingegen 21 Prozent – der Spitzenwert innerhalb der Analyse.

Generell findet sich unter den ING-Diba-Kunden mit zunehmendem Alter immer häufiger ein Wertpapier-Depot. Erst mit über 80 nimmt die Durchdringung wieder ab.

Rentner haben die wertvollsten Depots

Der durchschnittliche Depotwert eines Rentners übertrifft zudem mit 70.477 Euro alle Berufsstände. Er liegt damit deutlich über dem von Selbstständigen und Freiberuflern (59.128 Euro). Angestellte verfügen im Schnitt nur über 28.035 Euro.

Ihr Geld stecken die Rentner dabei weniger in Fonds als ganz konkret in Aktien. Während der Anteil an Fonds am Depot-Wert der jungen Diba-Kunden rund 40 Prozent ausmacht, liegt er bei den Rentnern nur bei 20 Prozent oder sogar darunter. Der Aktienanteil beträgt zwar auch bei den jüngeren Kunden zwischen 50 und 60 Prozent. Ab dem Rentenalter nimmt er aber nochmal zu und liegt dann zwischen 60 und 70 Prozent.

Die Analyse der Bank lässt auch darauf schließen, dass die Rentner nicht nur auf ihren Depots sitzen und nicht wissen, was sie damit tun sollen. Denn mit durchschnittlich elf Trades pro Jahr agieren die 65-Jährigen am häufigsten. Auch die 70- bis 75-Jährigen ergreifen noch zehn Mal jährlich die Initiative und tun dies damit häufiger als die jüngeren Depot-Inhaber zwischen 35 und 50 Jahren (circa acht Trades pro Jahr).