Weniger Stress durch mehr Zeit vor dem Bildschirm?

Versicherungen Digital von Florian Burghardt, Michael Fiedler

Bei LM+ sieht man digitale Maßnahmen, unter anderem aufgrund der Unabhängigkeit von Zeit und Ort, als eine wichtige Ergänzung der bisherigen Möglichkeiten zur Versorgung psychischer Erkrankungen an. Das erklärte Marina Weise-Bonczek, Pressereferentin der Barmenia Krankenversicherung, auf procontra-Nachfrage.

Sehr sinnvoll sei es, laut Weise-Bonczek, digitale Therapieformen für Mitarbeiter von Unternehmen anzubieten, beispielsweise im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Aus Sicht von LM+ sollten die Arbeitgeber dabei auf folgende Punkte achten:

  • Anonymer Zugang zur Therapieform
  • Niederschwelliger Einstieg für Beginn bereits in früher Phase der Erkrankung
  • Vertrauensperson für Mitarbeiter benennen, beispielsweise den Betriebsarzt
  • Hohe Qualität des Angebots

„Allerdings ersetzen computergestützte Interventionen nicht den Arztbesuch“, heißt es seitens LM+, das digitale Therapiemaßnahmen auch in die eigene Angebotsplanung integriert hat. Weiter teilte die Kooperation gegenüber procontra mit, dass die Klärung des Versichertenbedarfs und die Wahl der optimalen Versorgung besonders wichtig seien. Diese könne auch in einer Kombination digitaler und herkömmlicher Versorgungslösungen liegen.

Büroberufe trotz Bildschirmalltag gut geeignet

Die größte Herausforderung für die Patienten beziehungsweise Mitarbeiter sei es, die Maßnahme dauerhaft durchzuziehen. „Denn nur bei konsequenter und vollständiger Nutzung der digitalen Therapieformen können signifikante Effekte eintreten“, erklärte Weise-Bonczek.
Dass die digitalen Angebote bei Menschen mit Büroberufen, die ohnehin schon viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen, für zusätzlichen Stress sorgen könnten, glaubt man bei LM+ nicht. Vielmehr sei gerade deshalb bereits eine Akzeptanz für moderne Kommunikationswege vorhanden.
Weise-Bonczek ergänzt: „Durch die Freiwilligkeit der Nutzung digitaler Therapieangebote entsteht kein als Stress empfundener Zusatzaufwand für den Mitarbeiter. Der Arbeitgeber leistet vielmehr einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Gesundheit seines Mitarbeiters.“

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Gemeinsame Werte
Das Arbeitsklima wirkt sich entscheidend auf die Krankheitsquote aus. Zu viel Druck ist genauso schädlich wie zu wenige Pausen: „Einem Mitarbeiter, dem ein Wochenende kaum zur Erholung reicht und der es leidlich schafft, seinen privaten Anliegen nachzukommen, wird auch montags nicht zur Höchstform auflaufen“, erklärt Reisinger. Bild: pixabay