Vertrieb: InsurTechs ziehen an Maklern vorbei

Berater Digital von Florian Burghardt

Die Old Economy sollte sich jedenfalls keineswegs auf dem aktuellen Scheitern einiger InsurTech-Geschäftsmodelle ausruhen. Zu groß erscheint das Potenzial der digitalen Marktteilnehmer. „Eine zweite Welle erheblich besser aufgestellter InsurTechs wird kommen – mit mehr Branchenwissen und intelligenteren Ansätzen“, so Dördrechter.

Diesen neuen Unternehmen beziehungsweise verbesserten Geschäftsmodellen der bestehenden InsurTechs prophezeien die Studienautoren eine glänzende Zukunft – zum Leid der etablierten Versicherer und Vermittler.

InsurTechs deutlich vor Versicherern und Vermittlern

Um dies zu veranschaulichen wurde die Versicherungswirtschaft für die Studie in die drei großen Bereiche Produktangebot, Vertrieb und Betrieb aufgeteilt. Mit 42 Prozent sind die meisten InsurTechs im Vertrieb tätig. Dazu zählen 8 Unterkategorien, beispielsweise B2C-Online-Makler, zu denen Clark oder wefox gehören, aber auch Preisvergleichsportale wie Check24.

Für die Zukunft sehen Oliver Wyman und Policen Direkt im Vertrieb ganz deutlich die InsurTechs vor den persönlichen Maklern. In 4 Unterkategorien gehen sie als wahrscheinlicher Sieger der zukünftigen Entwicklungen in der Versicherungswirtschaft hervor. In 3 Kategorien können Makler mit geschickten Geschäftsmodellen mithalten, sich der Prognose nach aber nicht durchsetzen. In der Unterkategorie Life Digitizer konnte kein Sieger ermittelt werden.

Auch beim Versicherungsbetrieb (5 Unterkategorien) werden InsurTechs laut der Studie in Zukunft die bessere Arbeit leisten. Vor allem in der Schadenbearbeitung wird ihnen ein großer Kompetenzzuwachs prognostiziert. Beim Produktangebot (6 Unterkategorien) hieß es am Ende Gleichstand zwischen InsurTechs und Versicherern.

Weniger Zwist, mehr miteinander?

Vor dem Hintergrund dieser Prognosen wirkt das Geschäftsmodell InsurTech dann doch wieder etwas mehr wie der mächtige Gegenspieler Zhong An. Ein probates Mittel für die Zukunft könnte daher die Zusammenarbeit sein, wie es kürzlich die Allianz bei Lemonade oder wefox und Clark bei mehreren Versicherern und Banken getan haben.

Die Chance dazu scheint zumindest laut Studienautor Dördrechter zu bestehen: „Wir beobachten, dass die Angriffslust vieler InsurTechs einem Kooperationswillen mit dem Establishment weicht.“

Die komplette Studie in englischer Sprache kann als PDF-Datei über diesen Link heruntergeladen werden. 

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