Versorgungswerke gewinnen immer mehr Mitglieder

Versicherungen von Martin Thaler

Wie ist die Entwicklung bei den 89 deutschen Versorgungswerken? Wie sieht das Beitragsaufkommen aus, wie die Mitgliederentwicklung und wie hoch ist die durchschnittliche Altersrente? Hierzu gab nun die Bundesregierung Auskunft.

Auch Zahnärzte gehören zu den Berufsgruppen mit eigenem Versorgungswerk.

Auch Zahnärzte gehören zu den Berufsgruppen mit eigenem Versorgungswerk. Foto: renatalferro - Pixabay.de

Selbstständige, die Mitglied eines berufsständigen Versorgungswerkes waren, haben 2015 im Schnitt eine Altersrente von knapp 2.100 Euro erhalten. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/ Die Grünen zurück. 

 

JahrHöhe der durchschnittlichen AltersruhegelderVeränderungsrate
20081.969,76 Euro0,18%
20091.989,441,00%
20101.996,480,35%
20111.985,32-0,56%
20122.060,543,79%
20132.043,46-0,83%
20142.059,210,77%
20152.077,920,91%


Darüber hinaus erfragten die Parlamentarier weitere aktuellen Daten im Bezug auf Struktur, Entwicklung und Leistungsfähigkeit der Versorgungswerke. Am häufigsten waren dabei Ärzte Mitglied eines Versorgungswerkes - insgesamt 351.041 wurden gezählt. Auf den weiteren Plätzen folgen Rechtsanwälte (152.193), Architekten (103.104), Zahnärzte (64.528) und Apotheker (62.773).

Bei den meisten Berufsgruppen gab es über die Jahre einen starken Anstieg bei Versorgungsweg-Mitgliederzahlen (siehe Grafik). Dies mag allerdings auch auf einen Anstieg bei den Gesamtzahlen der Erwerbstätigen zurückzuführen sein. So stieg deren Zahl von 42,271 Millionen im Jahr 2013 auf 42,979 Millionen Menschen im Jahr 2015. 

Wieviele Menschen sich gemäß § 6 Absatz 1 Nummer 1 SGB VI von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung befreien ließen, konnte die Bundesregierung indes nicht sagen. 

Mit der Erhöhung der Mitgliederzahlen stieg auch das Beitragsvolumen der insgesamt 89 berufsständigen Versorgungswerke. Belief sich dieses im Jahr 2005 noch auf 5,84 Milliarden Euro, lag es zehn Jahre später bereits bei 8,993 Milliarden Euro. Die Vermögensanlage verdoppelte sich in dem gleichen Zeitraum beinahe (2005: 96,726 Milliarden; 2015: 184,289 Milliarden Euro).

Aussagen machte die Bundesregierung auch zu den Beziehern von Berufsunfähigkeitsrenten. Während bei vielen Berufen die Zahlen nahezu konstant blieben, lässt sich feststellen, dass die Zahl der Rechtsanwälte mit einer BU-Rente von 2013 bis 2015 stark zulegte (von 865 auf 977). Die entgegengesetzte Entwicklung durchliefen indes Zahnärzte (von 542 auf 491). 

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