Vergütung: Wo Makler mehr erhalten als Vertreter

Berater Top News von Florian Burghardt

In der Lebensversicherung bewegt sich die Abschlusscourtage von Maklern, laut den Studienautoren, „auch in Zeiten des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) noch bei um 40 Promille, obwohl die Versicherer nur noch 25 Promille bilanziell als einmalige Abschlusskosten berücksichtigen („zillmern“) können.“ Im Durchschnitt erhalten Makler in Leben 35,8 Promille. EFV (24,1) und MFV (30,9) liegen deutlich dahinter.

Die Studie geht an dieser Stelle aber auch auf Faktoren ein, welche die Vergütungen faktisch geringer ausfallen lassen. Dazu zählen beispielsweise Laufzeitfaktoren bei kurz- und langlaufenden Verträgen, verlängerte Stornohaftungszeiten sowie die Einbehaltung einer unverzinsten Stornoreserve.

Im nächsten Jahr steht eine Überprüfung des LVRG an. Als mögliche Folgemaßnahme wurde auch eine Provisionsobergrenze diskutiert. Zudem äußerte die BaFin kürzlich, in Zukunft auf angemessene Provisionshöhen achten zu wollen.

Unterschiede in Kranken, Schaden und Kfz

In der Krankenversicherung erhalten die befragten Makler durchschnittlich 7,2 Monatsbeiträge (MB) und liegen damit auch in dieser Sparte vorne. EFV kommen auf 5,2 MB, MFV auf 5,4 MB.

In der Schadenversicherung (SHUR) sind die Vergütungssysteme von Vertretern und Maklern traditionell unterschiedlich. Vertreter vermitteln häufig Mehrjahresverträge, für die sie eine hohe Abschluss- und eine geringe Bestandspflegeprovision erhalten. Da Makler hier in der Regel nur Jahresverträge vermitteln, erhalten sie häufig eine gleichbleibende, durchlaufende Courtage.

Diese beträgt im Schnitt 21,7 Prozent des Jahresnettobeitrags. Die EFV kommen mit 44,3 Prozent auf mehr als das Doppelte. Dafür liegt ihre Provision in den Folgejahren laut der Studie bei rund 10 Prozent. Bei den MFV ist eh ähnlich wie bei den Maklern. Sie erhalten 25,6 Prozent.

Kaum einen Unterschied gibt es in der Kfz-Versicherung. Diese Sparte ist nicht gerade für ihre üppigen Provisionssätze bekannt. So erhalten Makler hier im Durchschnitt acht Prozent Courtage. EFV kommen auf 8,3 Prozent und MFV auf 9,3 Prozent.

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