Vergleichsportale lassen Versicherungsnehmer alleine

Berater IDD von Michael Fiedler

vzbv: IDD wörtlich auslegen!

„Verbraucherinnen und Verbraucher, die online nach einer Versicherung suchen, müssen vor Vertragsabschluss umfassend zu ihren Bedürfnissen befragt werden. Die vorgeschlagene Versicherung muss laut europäischer Richtlinie für den Versicherungsvertrieb auch Wünschen und Bedürfnissen der Verbraucher entsprechen“, sagt Lars Gatschke, Referent Team Finanzmarkt beim vzbv. „Das gilt für den stationären Vertrieb und auch für Online-Angebote.“
Die europäische Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) legt fest, dass vor jedem Versicherungsabschluss – also auch bei beratungsfreiem Vertrieb – Verbraucher zu ihren Wünschen und Bedürfnissen befragt werden müssen. Außerdem muss die angebotene Versicherung zu den Wünschen und Bedürfnissen passen. „Insbesondere Vergleichsportale wünschen sich in der nationalen Umsetzung der Versicherungsrichtlinie Anpassungen, damit sie nicht beraten müssen“, so Gatschke. „Der vzbv fordert, dass die europäische Richtlinie bei ihrer Anwendung in Deutschland wörtlich genommen wird. Auch Vergleichsportale dürfen nur Empfehlungen aussprechen, wenn sie Bedürfnisse von Verbrauchern umfangreich abfragen und berücksichtigen.“

Vergütung: Mischformen ausschließen

Mit Blick auf die Vergütung von Versicherungsvermittlern ist von wortwörtlicher Auslegung der IDD bei den Verbraucherschützern aber keine Rede mehr. Hier beharrt der vzbv auf einer klaren Grenze zwischen Provisionsvertrieb und Honorarberatung. „Damit wären Mischformen der Vergütung von Vermittlern ausgeschlossen. Es gäbe zwei klar abgegrenzte Säulen im Vertrieb von Versicherungsprodukten. Das würde der vzbv ausdrücklich begrüßen“, so Gatschke.

Seite 1: Vergleichsportale nur unzureichend
Seite 2: IDD wörtlich auslegen

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare