Verbraucherschützer schießen gegen Check24 & Co.

Berater Top News von Martin Thaler

Täuschen Online-Vergleichsportale wie Verivox, Biallo etc. ihre Kunden? Ja, findet die Verbraucherzentrale Bundesverband und legt eine neue Studie vor. Verbunden damit sind auch Forderungen an die Politik.

Geht gegen Vergleichsportale vor: Verbraucherschützerin Dorothea Mohn.

Geht gegen Vergleichsportale vor: Verbraucherschützerin Dorothea Mohn. Bild: vzbv

Die Zahl der Menschen, die Vergleichsportalen im Internet, wie Check24, Verivox und Co., Vertrauen schenken, wächst beständig. Einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom aus dem vergangenen Jahr zufolge gaben 68 Prozent der Deutschen an, Online-Vergleichsportale für vertrauenswürdig zu halten. Damit lagen die Vertrauenswerte weit über denen von Bankberatern (36 Prozent) und Versicherungsvertretern (26 Prozent).  

Doch ist dieses Vertrauen auch gerechtfertigt? Nein, sagt nun die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und legt eine eigene Studie vor. „Damit Verbraucher Finanzdienstleistungen wie Girokonten und Ratenkredite vergleichen können, brauchen sie einen umfassenden und objektiven Marktüberblick. Vergleichsportale bilden dies jedoch oftmals nicht ab“, fasst Dorothea Mohn, Leiterin Team Finanzmarkt beim vzbv, die Studienergebnisse zusammen.

So würden die Vergleichsportale zwar oftmals suggerieren, die besten Produkte für den jeweiligen Kunden herauszusuchen. Doch meist ist dies nicht der Fall, weil beispielsweise Produkte, deren Abschluss nicht über das jeweilige Portal erfolgen kann, nicht gelistet werden, monieren die Verbraucherschützer.  

„Wenn Vergleichsportale Angebote von solchen Unternehmen herausfiltern, die keine Vertragspartner der Plattform sind, sollten sie sich nicht länger als objektiv präsentieren dürfen. Sie sollten deutlich als das erkennbar sein, was sie tatsächlich sind: Finanzproduktvermittler“, führt Mohn weiter aus. „Anderenfalls täuschen Sie Verbraucher, die aufgrund der Aufmachung des Portals davon ausgehen, das günstigste Produkt angezeigt zu bekommen.“  

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