Solvency II-Quoten spalten die Assekuranz

Versicherungen Top News von Florian Burghardt

Seit gestern sind die Solvenzquoten der deutschen Versicherer öffentlich. In der Branche streitet man darüber, wie viel Aussagekraft die mitgeteilten Werte besitzen. So äußern sich Verbraucherschützer, Makler, GDV und BaFin zum Thema.

Vergleichbar oder nicht? Die Frage nach der Aussagekraft der Solvency II-Quoten trennt die Lager in der Versicherungsbranche.

Vergleichbar oder nicht? Die Frage nach der Aussagekraft der Solvency II-Quoten trennt die Lager in der Versicherungsbranche. Bild: Angelo_Giordano/Pixabay.com

Mit dem Ablauf des gestrigen Tages endete für die deutschen Versicherer auch die Frist zur Veröffentlichung ihrer Solvabilitätsquoten gemäß den Vorgaben von Solvency II. Laut Angaben der Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin betraf dies 340 Unternehmen.

Die Bedeckungsquote, die die Versicherer nun alle drei Monate mitteilen müssen, ist der Quotient aus den anrechnungsfähigen Eigenmitteln und der Solvabilitätskapital-Anforderung, die das Unternehmen in Extremszenarien treffen könnte. Notwendig ist dabei ein Wert von mindestens 100 Prozent. Diesen hatten im vergangenen Jahr drei Versicherer zwischenzeitlich nicht erfüllen können.

Ein paar Unternehmen haben ihre Bedeckungsquote schon vor Ablauf der Frist veröffentlicht. Während vor allem kleinere Versicherer gestern ohne viel Aufsehen ihre Berichte mit den Quoten auf ihren Internetseiten platzierten, informierten einige Branchengrößen mit Pressemitteilungen über ihre finanzielle Stabilität, beispielsweise die Allianz, die R+V und die Generali.

Dabei kommt aus der Branche immer wieder die Anmerkung, dass ein reines Nebeneinander-Halten der Quoten keinen sinnvollen Vergleich bietet. Deutlich sagte es gestern auch Axel Wehling, Mitglied der GDV-Geschäftsführung: „Ein Unternehmensvergleich allein auf Basis der Bedeckungsquoten ist wenig aussagekräftig – zumal die Quoten in Abhängigkeit von der Zins- und Marktentwicklung von Stichtag zu Stichtag schwanken können.“

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