Innendienst: Streiks immer wahrscheinlicher

Versicherungen Top News von Florian Burghardt

Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter verhandeln derzeit einen neuen Tarifvertrag für die Innendienstangestellten von Versicherern. Wie weit Forderung und Angebot auseinander liegen und wie es nun weitergeht.

Innendienst Versicherung Streik Verdi

Bei den aktuellen Tarifverhandlungen für den Versicherungsinnendienst werden nun auch Arbeitskampfmaßnahmen zum Thema. Bild: dpa

Die zweite Runde der diesjährigen Tarifverhandlungen für die rund 170.000 Beschäftigten im Versicherungsinnendienst ging am Freitagabend in Düsseldorf zu Ende. Das erneute Treffen zwischen Arbeitgebervertretern und Gewerkschaften war notwendig, da die Parteien bei den ersten Gesprächen auf keinen gemeinsamen Nenner kamen.

Der Fachbereich Finanzdienstleistungen der Gewerkschaft ver.di fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter inklusive aller Zulagen um 4,5 Prozent. Alle Auszubildenden sollen pauschal 50 Euro mehr brutto bekommen und unbefristet übernommen werden. Außerdem sollen ver.di-Mitglieder monatlich 80 Euro zusätzlich für ihre Altersvorsorge erhalten.

Darüber hinaus drängen die Arbeitnehmervertreter auf den Abschluss eines Zukunftstarifvertrags, dessen Inhalte speziell auf die Auswirkungen der Digitalisierung in der Arbeitswelt Assekuranz abzielen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Arbeitnehmer-Risiken Stellenabbau, ständige Erreichbarkeit und nicht ausreichende Weiterbildung. Die Forderungen lauten:

  • Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen bis zum 31. Dezember 2020
  • Kollektive Arbeitszeitverkürzung bei geplanten Stellenabbaumaßnahmen mit Teillohnausgleich 
  • Individueller Rechtsanspruch auf Umwandlung der Sonderzahlungen in Freizeit 
  • Rechtsanspruch auf Altersteilzeit in Unternehmen, die einen Personalabbau planen 
  • Mehrarbeit ist grundsätzlich zu vermeiden. Mehrarbeitszuschläge sind in Freizeit abzugelten.
  • Rechtsanspruch auf Reduktion und Erhöhung der Arbeitszeit in einem Rahmen von 19 und 38 Stunden in der Woche 
  • Einrichtung eines gemeinsamen Qualifizierungsfonds für berufliche Bildungsmaßnahmen 
  • Finanzierung durch Mitgliedsbeiträge der Arbeitgeber 
  • Bezahlten Qualifizierungsanspruch von 10 Arbeitstagen jährlich 
  • Regelungen zum mobilen Arbeiten und zur Telearbeit

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