Immobilien: Keine Entlastung am Wohnungsmarkt

Sachwerte von Michael Fiedler

In den Metropolen ist der Wohnungsmarkt angespannt, in einigen Lagen lassen sich Überhitzungstendenzen feststellen. Trotzdem erwartet die Ratingagentur Scope ein Ende des Booms am Wohnimmobilienmarkt. Warum es dabei nicht zu einem Preis-Crash kommt.

Bleibt Großbaustelle: Der Wohnimmobilienmarkt

Bleibt Großbaustelle: Der Wohnimmobilienmarkt Bild: Fotolia / helmutvogler

Entspannung am deutschen Wohnimmobilienmarkt ist nicht in Sicht. So meldeten Mieterverbände „explodierende Mieten“ mit Blick auf den aktuell veröffentlichten Mietspiegel. Auch das IW Köln warnte in dieser Woche vor dem enormen Wohnungsbedarf, der insbesondere in den Großstädten nicht gedeckt werden kann. So müssten allein in den 20 größten Städten Deutschlands 130.000 Wohnungen pro Jahr gebaut werden. Städte und Kommunen sollten endlich mehr Bauland ausweisen, hieß es von den Wirtschaftswissenschaftlern aus Köln. Sie erneuerten damit ältere Forderungen.

Gerade in den Metropolen bleiben die Mietmärkte also angespannt. Nach Ansicht von Scope-Analyst Manfred Binsfeld seien die Preise für Eigentumswohnungen beispielsweise in München derzeit um 20 bis 30 Prozent überbewertet.

Dennoch würden sich die Preisanstiege der vergangenen Jahre nicht im gleichen Maß fortsetzen. Drastische Preisrückgänge seien aber nicht zu erwarten. Als wichtigste Gründe dafür nennt Scope-Analyst Binsfeld:

  • Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, allen voran die Arbeitsmarkt- und Einkommensentwicklung, sind robust. Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland hat mit 44 Millionen einen Höchststand erreicht. Auch in den nächsten fünf Jahren wird die Wohnungsmarktnachfrage vom Arbeitsmarkt starke Impulse erhalten.  

  • Die Anzahl der Haushalte wächst trotz nachlassendem Bevölkerungswachstum in Deutschland weiter dynamisch. Der Trend zu kleineren Haushalten mit ein oder zwei Personen hält an. Zudem wächst die Bevölkerung in den Metropolen und Wachstumsstädten nachhaltig.

  • Die Bautätigkeit hat in den vergangenen Jahren zwar deutlich angezogen, hinkt der dynamischen Nachfrage aber noch immer hinterher. Eine Folge: Die Leerstandsquoten befinden sich auf einem historisch niedrigen Niveau. Es wird noch einige Jahre dauern, bis eine verbesserte Wohnungsversorgung zu einer spürbaren Entlastung am Wohnungsmarkt führt.

 

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