GDV: Betrugsanzeichen in jeder elften Schadenmeldung

Versicherungen von Florian Burghardt

Nicht wenige Schadenfälle weisen Ungereimtheiten auf. Dadurch entsteht der Assekuranz jährlich ein Milliardenverlust. Welche Sparten besonders betroffen sind und was überführten Betrügern blüht, erklärt der Gesamtverband in einer Sonderauswertung.

Die Betrugsspezialisten der Versicherer haben tausende Schadenmeldungen auf Ungereimtheiten untersucht.

Die Betrugsspezialisten der Versicherer haben tausende Schadenmeldungen auf Ungereimtheiten untersucht. Bild: 422737/Pixabay.com

Etwa neun Prozent aller Schadenmeldungen im SHK-Bereich weisen Anzeichen von Versicherungsbetrug auf. Am stärksten von solchen „Dubiosschäden“ betroffen ist die Haftpflichtversicherung mit knapp 16 Prozent. In der Sachversicherung gelten neun, in der Kfz-Versicherung sieben Prozent aller Schadenmeldungen als dubios.

Das geht aus einer Sonderauswertung des GDV hervor. Als Basis dafür diente die Begutachtung von mehreren tausend Schadenfällen durch Betrugsspezialisten der Versicherungsunternehmen. Unter den Begriff „Dubiosschaden“ fallen Meldungen, die Unstimmigkeiten aufweisen. Beispielweise wenn die Schadenschilderung nicht zum Schadenbild passt oder die Betroffenen widersprüchliche Angaben machen.

Betrugsopfer Versicherungsbranche

Wie Roland Stoffels, Vorsitzender der Kommission Kriminalitätsbekämpfung im GDV, erklärt, stellt sich nicht jede dubiose Schadenmeldung als Betrug heraus. Laut dem Gesamtverband gehen die deutschen Schaden- und Unfallversicherer jedoch davon aus, dass Versicherungsbetrüger jedes Jahr einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von vier bis fünf Milliarden Euro verursachen. Dies passt ins Bild: Eine Studie ergab kürzlich, dass die Assekuranz deutlich häufiger von Wirtschaftskriminalität betroffen ist als der Durchschnitt aller Branchen.

Stoffels appelliert an die Versicherer, dubiose Schadenfälle eingehender zu prüfen, da sich die Betrüger auf Kosten der ehrlichen Kunden bereichern. Zudem weist der GDV darauf hin, dass es sich bei Versicherungsbetrug nicht um einen Kavaliersdelikt handelt. Der Verband fasst zusammen:

„Wird ein Betrug nachgewiesen, muss der Versicherer nicht für den Schaden aufkommen. Außerdem kann er den Versicherungsvertrag kündigen, Sachverständigenkosten zurückverlangen und den Fall zur Anzeige bringen. Bei einer Verurteilung drohen Betrügern hohe Geldstrafen oder sogar Gefängnis.“

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