Garantiezins: Konstant, aber auf niedrigem Niveau

Versicherungen von Martin Thaler

Der Garantiezins soll nach Auffassung der Deutschen Aktuarvereinigung im kommenden Jahr konstant bleiben. Wirklich freuen wird sich über diese Nachricht wohl dennoch kaum jemand.

Der Garantiezins soll im kommenden Jahr konstant bleiben, empfiehlt die DAV.

Der Garantiezins soll im kommenden Jahr konstant bleiben, empfiehlt die DAV. Foto: bykst - Pixabay.de

Der Garantiezins für Lebensversicherungen soll auch im kommenden Jahr bei 0,9 Prozent verharren – dies ist zumindest die Empfehlung der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), die diese auf Anfrage der Deutschen Presse Agentur mitteilte.  

Damit würde der Garantiezins für Neuverträge, sollte sich der Vorschlag der DAV durchsetzen, auf niedrigem Niveau konstant bleiben – im vergangenen Jahr war der Zins von 1,25 auf 0,9 Prozent gesenkt worden. DAV-Vorstandschef Roland Weber begründete die Entscheidung mit der unveränderten Situation am Kapitalmarkt. Bei ihren Berechnungen stützen sich die Aktuare auf die Renditen von europäischen Staatsanleihen mit höchster Kreditwürdigkeit ein bzw. auf ihren Durchschnitt.  

Auch wenn der Garantiezins konstant bleiben würde – Begeisterungsstürme dürften bei den wenigsten Versicherungskunden ausbrechen. In den 90er-Jahren lag dieser noch bei vier Prozent – seit 2000 befindet er sich jedoch im Sinkflug.  

Immer weniger Lebensversicherer setzen bei ihren Produkten jedoch noch auf Garantien. So schlossen immer mehr Kunden in den vergangenen Jahren Produkte der „neuen Klassik“, also Versicherungen mit abgewandelten oder gar keinen Garantien, ab: 46 Prozent des Neugeschäfts entfiel im vergangenen Jahr auf diese Policen, im Vorjahr waren es noch 37 Prozent gewesen.  

Festgelegt wird der Garantiezins jedoch nicht von der DAV, sondern vom Bundesfinanzministerium. Dieses trifft seine Entscheidung auf Grundlage des DAV-Vorschlages sowie Empfehlungen der Finanzaufsicht Bafin. 

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