Fondsgeschäft wird für Allianz immer wichtiger

LV-Check Top News von Martin Thaler

Das Neugeschäft mit fondsgebundenen Lebensversicherungen wuchs um 36 Prozent. Mittlerweile machen klassische Lebensversicherungen nur noch unter zehn Prozent am Geschäft aus.

Für die Allianz wird das Fondsgeschäft immer wichtiger.

Für die Allianz wird das Fondsgeschäft immer wichtiger. Foto: Allianz

  Fondsgebundene Lebensversicherungen erfreuen sich bei der Allianz weiter steigender Beliebtheit. Nachdem der Neuzugang im Fondsgeschäft bereits 2015 um knapp 26 Prozent stieg, konnte der Branchenführer im vergangenen Jahr noch einmal zulegen. Um 36 Prozent wuchs der Neuzugang auf 73,5 Millionen Euro an laufendem Beitrag mit den neuen Policen, wie „Perspektive“, „KomfortDynamik“ oder „InvestFlex“. Damit stand das Fondsgeschäft für 9 Prozent des gesamten Neuzugangs nach laufendem Beitrag.  

Klassiker passen nicht mehr zum Kundenwunsch

„Die Menschen in Deutschland setzen heute nicht mehr auf den Garantiezins“, erklärt die Allianz den parallel stattfindenden Bedeutungsverlust klassischer Lebensversicherungen. So sei bei den Münchenern der Anteil der klassischen Policen bereits auf unter zehn Prozent gesunken, in der betrieblichen Altersversorgung auf unter 25 Prozent, führen die Münchener weiter aus und sehen sich mit ihrer Fokussierung auf fondsgebundene Lebensversicherungen auf dem richtigen Weg: „Die neuen Vorsorgekonzepte treffen genau die Bedürfnisse der Kunden und stehen für wachsende Umsätze durch hohe Nachfrage.“  

Rund 198 Milliarden Euro verwaltet die Allianz in ihren Kapitalanlagen. Auffällig im Vergleich zum Vorjahr ist die Position „Anteile an verbundenen Unternehmen“, die um 12 Milliarden Euro höher ausfiel. Auf procontra-Nachfrage erklärte die Allianz, dass es sich hierbei nicht um eine strategische Neuausrichtung des Portfolios handele.

Stattdessen stehe der Betrag im Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung am zum Konzern gehörenden Unternehmen „AZL AI Nr.1“. „Die Erhöhung steht in Verbindung mit einem temporären Intrakonzerngeschäft und wurde im Jahr 2017 bereits wieder reduziert“, so der Versicherer. Stärkste Position in der Kapitalanlagestruktur (gemessen an den Buchwerten) sind mit 56 Prozent (110 Mrd. €) nach wie vor Aktien und Aktienfondsanteile.  

Rohüberschuss steigt deutlich

Der Rohüberschuss stieg von 1,76 auf 2,28 Milliarden Euro. Dies lag vor allem in der verstärkten Zuführung zur RfB (Rückstellung für Beitragsrückerstattung) begründet, die um 0,6 Milliarden Euro höher ausfiel. Die Allianz erklärte diese Steigerung mit im Vergleich zum Vorjahr höheren Nettokapitalerträgen sowie einem geringeren Aufwand für die Zinszusatzreserve (ZZR). So legten die Münchener 2016 1,98 Milliarden Euro für die ZZR zurück, 2015 waren es 2,13 Milliarden gewesen. Insgesamt liegt die Zinszusatzreserve nun bei knapp acht Milliarden Euro.

LV-Check Allianz

Fondsgeschäft wächst
Um 2,91 Prozent wuchs der Bestand an fondsgebundenen Versicherungen. Der Anteil am Gesamtbestand beträgt damit rund 7 Prozent.
 
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