Erste Versicherer präsentieren Solvenzquoten

Versicherungen von Martin Thaler

Zudem können gerade bei Lebensversicherern die Quoten deutlich schwanken, da insbesondere die LV-Versicherer verstärkt in Staatsanleihen investieren, die von der Zinsentwicklung am Kapitalmarkt abhängig sind. So hatten im März vergangenen Jahres drei Unternehmen die kritische Marke von 100 Prozent gerissen – mittlerweile sollen die Probleme der betroffenen Unternehmen jedoch gelöst sein. Über die Namen gab die Finanzaufsicht Bafin damals keine Auskunft, was teils zu deutlicher Kritik auch von Vermittlerverbänden führte.  

Dass diesmal ein Versicherer die 100-Prozent-Marke reißen wird, glaubt auch Guido Bader nicht. „Wir werden in der Schaden- und Unfallversicherung viele sehr gute Solvenzquoten und in der Krankenversicherung stabile, sehr gute Solvenzquoten sehen. In der Lebensversicherung werden wir hingegen deutlich heterogenere Solvenzquoten beobachten können. Ich erwarte trotzdem, dass das Gros der Unternehmen ohne Übergangsmaßnahmen sehr gute Quoten aufweisen wird.“ Verantwortlich hierfür sei auch der Zinsanstieg gegen Ende vergangenen Jahres.  

Hintergrund: Die Solvenzquote wird gebildet, indem man die Risiken mit den Eigenmitteln (Vermögenswerte minus Verpflichtungen) des Versicherers ins Verhältnis setzt. Die Versicherungen sollten über so viele finanzielle Mittel verfügen, um Extremereignisse überstehen zu können. Dies ist bei einer Quote über 100 Prozent der Fall. Sinkt die Quote hierunter, würde sich die Bafin einmischen. Diese könnte im Extremfall dem entsprechenden Unternehmen unter anderem das Neugeschäft untersagen. 

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