Die Hausratversicherung und das zündelnde Kind

Berater von Martin Thaler

Feuerzeuge müssten so aufbewahrt werden, dass Kinder unter zwölf Jahren keinen Zugang zu ihnen haben, so die Richter. Das gelte auch für leere Feuerzeuge, die weiterhin Feuerzeuge blieben und kein „entwidmeter Abfall“.  

Auch den Eltern könne grobe Fahrlässigkeit attestiert werden. So müsse es der Lebenserfahrung entsprechen, dass Kinder einen starken Nachahmungstrieb haben und insbesondere Feuer einen besonderen Reiz auf sie ausübe. Da beide Eltern Raucher seien und somit ihren Kindern als Beispiel dienten, müsste es sich ihnen subjektiv aufgedrängt haben, dass ihr Sohn ein Feuerzeug zum Spielen nutzen könnte.  

Die Tatsache, dass die Feuerzeuge in einer Schublade lagen, ändere nichts an der Tatsache. Kinder seien neugierig und würden demzufolge auch Schubladen öffnen, so die Richter. Gerade in Räumen, zu denen sie nur selten Zugang hätten.  

Die mögliche Leistungskürzung der Versicherung gemäß §81 Abs. 2 VVG müsse sich allerdings an der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers orientieren. Hier sei den Eltern anzurechnen, dass das Kind nicht bereits zuvor gezündelt habe. Zudem seien die Feuerzeuge in einer Schublade aufbewahrt worden, in einem Raum, den das Kind nur selten benutzte. Auch die Tatsache, dass die Eltern davon ausgingen, dass die Feuerzeuge leer seien, müsse hier positiv bewertet werden, so dass dem Gericht eine Leistungskürzung in Höhe von 25 Prozent angemessen schien. 

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