Cyber-Schutz: Ersetzen Muster Maklers Fachkenntnis?

Berater Top News von Florian Burghardt

procontra: Welche Fehler können Makler bei der Beratung zu einer Cyberrisiko-Versicherung machen und können ihnen die GDV-Musterbedingungen dabei helfen, diese zu vermeiden?

Bonleitner: Natürlich ist hier keine pauschale Antwort möglich. Grundsätzlich wird der Zweig der Cyber-Versicherungslösung, so denke ich, auf Grund der komplexen Risikoerfassung vor allem spezialisierten Maklern vorbehalten bleiben. Zwar können bei der Risikoermittlung Musterfragebögen – oder auch der vom GDV entwickelte Muster-Fragebogen zur Risikoerfassung von Cyberversicherungen – herangezogen werden. Dies ersetzt jedoch nicht die Kenntnis darüber, welche Versicherer, je nach Branche und Tätigkeitsfeld des VN, eine valide Absicherung liefern können.

Kurz gesagt: Standardisierte Risikoerfassungen helfen bei der Ermittlung des zu versichernden Interesses, reichen aber für eine qualifizierte Beratung und ein passendes Angebotswesen nicht aus.

procontra: Die GDV-Musterbedingungen wurden vorrangig für Freiberufler sowie kleine und mittelständische Unternehmen bis 50 Millionen Euro Umsatz entwickelt. Welchen Cyber-Risiken sieht sich diese Kundenzielgruppe ausgesetzt?

Bonleitner: Gerade die Zielgruppe der kleineren Mittelständler und Freiberufler hat erhebliche Schwierigkeiten, eine umfangreiche Datensicherheit zu gewährleisten. Oftmals sind die IT-Abteilungen auch nicht in der Lage alle möglichen Zugriffspunkte dauerhaft zugriffssicher zu halten. Dabei ist die Art und Weise der Cyber-Attacken nahezu unerheblich. Ein Beispiel zur Veranschaulichung:

In einer Praxisgemeinschaft mit einem Behandlungsplatz werden auf einem Rechner Zugriffsrechte auf die Gesundheitsdaten gegeben. Hier findet jedoch oftmals keine klare Update- und Firewall-Administration statt. Über diesen Weg werden so einfach hochsensible Daten auch von extern leicht zugreifbar.

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