Bafin sieht keinen Run-off-Boom

Versicherungen von Martin Thaler

Wenn sich Lebensversicherungen für einige Versicherer nicht mehr lohnen, schicken sie den Bestand in den Run-off. Von einem Trend könne hier aber keine Rede sein, erklärt die Bafin. Woran das liegt, erklärte Exekutivdirektor Frank Grund.

Sieht keinen Runoff-Boom: Bafin-Exekutivdirektor Frannk Grund.

Sieht keinen Runoff-Boom: Bafin-Exekutivdirektor Frannk Grund. Foto: Bafin

Knapp fünf Monate ist es her, dass die deutsche Finanzaufsicht Bafin ihr Einverständnis zu einer Übernahme des Versicherungsbestandes der deutschen Basler Leben an die Frankfurter-Leben-Gruppe erklärte. Das Thema Run-off war wieder zurück auf der Tagesordnung und die Aussagen einiger Marktteilnehmer ließen darauf schließen, dass es weiter an Fahrt gewinnen würde.  

Den oftmals vorausgesagten Trend zum Run-off kann die Bafin allerdings nicht erkennen. „Einen externen Run-off, das heißt eine Übertragung auf eine Run-Off-Plattform, haben bis wir bislang erst einmal genehmigt, zwei weitere prüfen wir gerade. Von einem großen Trend ist als noch nicht viel zu sehen“, erklärte Frank Grund, Exekutivdirektor Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht, auf der gestrigen Jahrespressekonferenz der Bafin.

Zu den zwei Run-offs in der Prüfung zählt der Verkauf des Bestandes der Protektor Lebensversicherungs AG an die Viridium-Gruppe und des LV-Bestandes der Arag an die Frankfurter Neue Leben.  

Hohe gesetzliche Hürden

Ein Grund für die übersichtlichen Run-off-Aktivitäten sind laut Grund die hohen gesetzlichen Hürden, die dafür sorgten, dass sich eine Übertragung für den Käufer selten lohnt. Der Verkauf des Bestandes sei kein „Allheilmittel“ für die Lebensversicherer, so Grund.  

Er räumte allerdings auch ein, dass ein Verkauf Sinn machen könne – allerdings nur, wenn sich große Kostenvorteile erzielen ließen, beispielsweise durch eine leistungsfähige IT oder eine schlankere Organisation.  

Neben der Frankfurter Neue Leben sowie Viridium mischt auch die Göttinger MyLife sowie die Apollo-Tochter Athene im deutschen Run-off-Geschäft mit.