Arbeitgeberwechsel: So halten Sie die bAV-Ansprüche hoch

Top News Berater von Stefan Terliesner

Erwerbsbiografien mit mehreren Arbeitgebern sind heutzutage normal. procontra klärt, wie die Ansprüche einer Betriebsrente beim Jobwechsel behandelt werden und Nachteile umgangen werden können.

Wer häufiger seinen Arbeitgeber wechselt, kann bei seiner Betriebsrente mit Problemen konfrontiert sein.

Wer häufiger seinen Arbeitgeber wechselt, kann bei seiner Betriebsrente mit Problemen konfrontiert sein. Grafik: Robert Kulon

Fast jeder Arbeitnehmer wechselt mindestens einmal in seinem Berufsleben den Arbeitgeber. Jedes Mal ist seine Betriebsrente betroffen. Es kann zu Verbesserungen, aber vor allem zu Abstrichen kommen. Die Deutsche Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung (DGbAV) weist darauf hin, dass bei der Übertragung der Ansprüche aus einer Direktversicherung, Pensionskasse und zum Teil auch einem Pensionsfonds erhebliche „Verluste“ drohen, wenn der Mitarbeiter beim neuen Arbeitgeber einen anderen bAV-Vertrag unterschreiben soll. „Wer nicht aufpasst, büßt im Ruhestand eventuell mehr als 100.000 Euro an Betriebsrentenzahlungen ein“, teilt die DGbAV mit.   

Altverträge sind lukrativer

Der Auslöser für die Abstriche erscheint harmlos: Der neue Arbeitgeber arbeitet mit einer anderen Versicherungsgesellschaft für die Rückdeckung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) zusammen. Deshalb findet eine Umdeckung statt. Dies ist insbesondere immer dann der Fall, wenn der neue Chef für alle Mitarbeiter einen Gruppenvertrag anbietet.

Doch die alten bAV-Verträge sind durchweg lukrativer, meint die DGbAV. Die Gesellschaft nennt ein Beispiel: Ein 30-jähriger Arbeitnehmer vereinbarte im Jahr 2003 eine Altersversorgung über den Betrieb. Er zahlt monatlich 200 Euro in den bAV-Vertrag ein. Bei Abschluss vor 14 Jahren wurden monatlich 710 Euro Betriebsrente garantiert. 

Nun ist es so, dass die Versicherer in den folgenden Jahren die Garantien für Neuverträge abgesenkt haben. Neben einer höheren Lebenserwartung und der Umstellung auf Unisex-Tarife war der sinkende Höchstrechnungszins (Garantiezins) dafür der bestimmende Faktor: Im Jahr 2003 haben die Unternehmen 3,25 Prozent garantiert, seit 2017 nur noch 0,9 Prozent auf die Ansparleistung. Vor diesem Hintergrund sagt auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf Anfrage von procontra, dass „eine Übertragung zum neuen Arbeitgeber nicht immer vorteilhaft ist“. Eine fachliche Beratung vor dem Jobwechsel sei zu empfehlen.  

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