Arag erntet Shitstorm für Werbespot

Versicherungen von Martin Thaler

Mit ihrer Werbung sorgt die Arag derzeit international für ungewollte Aufmerksamkeit. Dem Versicherer wird Kulturraub vorgeworfen.

Ein Haka sorgt bei der Arag-Versicherung für Ärger.

Ein Haka sorgt bei der Arag-Versicherung für Ärger. Screenshot: Arag/Youtube

Das hatte sich die Arag bestimmt ganz anders vorgestellt: Ein neuer Werbespot des Versicherers sorgt gehörig für Aufmerksamkeit – aber nicht unbedingt für solche, die dem Düsseldorfer Unternehmen recht sein dürfte.  

In dem Video, über das auch Spiegel Online bereits berichtete, führt eine Vielzahl von Menschen einen sogenannten Haka auf – einen Kriegstanz der neuseeländischen Maori. Die zum Ende vermittelte Botschaft: „Bereit für alles, was vor uns liegt. Mit den passenden Versicherungen für jeden Monat.“  

Die Kommentare unter dem Video deuten allerdings darauf, dass diese Idee bei vielen Menschen nicht sonderlich gut ankommt. So bezeichnen User den Werbespot als unangemessen und ignorant, da hier ein heiliger Bestandteil der Maori-Kultur für Werbezwecke „missbraucht“ werde. Andere nennen die werbliche Nutzung des Kriegstanzes „respektlosen Kulturraub“.  

Auch in anderen sozialen Medien wächst die Kritik am Versicherer. Andere User sehen die Angelegenheit weit weniger dramatisch und laden beispielsweise neuseeländische Versicherer dazu ein, für ihre Werbespots doch Bestandteile deutscher Kultur, wie Schnitzel oder Schuhplattler, zu verwenden.

Bei der Arag sah man sich aufgrund der aufkeimenden Kritik allerdings zu einer Reaktion genötigt.  Auf seiner Youtube-Seite meldete sich die Arag mit einem Statement zu Wort. In diesem heißt es, dass die Choreographie tatsächlich vom Haka inspiriert sei. „Menschen machen sich Mut für die Zukunft und nutzen dabei auch Elemente dieses Tanzes. Er drückt mit seinem eingehenden Rhythmus, der eindrucksvollen Gestik und Mimik, Kraft und Entschlossenheit aus – genau die Botschaften, die wir transportieren möchten.“

Um der Ernsthaftigkeit des Tanzes gerecht zu werden, habe man zudem mit einem Haka-Experten zusammengearbeitet. Zur Beruhigung hat dieses Statement allerdings bis jetzt nicht beigetragen. 

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