Versicherer büßen weiter Riester-Bestände ein

Versicherungen Top News von Florian Burghardt

Riester zieht nicht mehr so recht beim Kunden. Zumindest ist der Bestand an selbigen in Form von Versicherungsverträgen erneut gesunken. Wie sich andere Produktformen geschlagen haben und wie es um die Gesamtnachfrage steht, zeigen jüngste Zahlen.

Während andere Riester-Durchführungswege wachsen, ist die Anzahl der Versicherungsverträge seit 2012 rückläufig.

Während andere Riester-Durchführungswege wachsen, ist die Anzahl der Versicherungsverträge seit 2012 rückläufig.

Die Assekuranz muss weiter Bestandsverluste bei Riester-Verträgen hinnehmen. Aktuell noch 10,903 der insgesamt 16,542 Millionen Riester-Verträge sind Versicherungspolicen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um knapp ein Prozent beziehungsweise 93.000 Verträge in 2016.

Das geht aus der jüngst veröffentlichten Statistik zur privaten Altersvorsorge des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) hervor. Die BMAS-Zahlen sind bereits um die stornierten Verträge bereinigt. Laut Angaben des Ministeriums ist aktuell jeder fünfte Riester-Vertrag beitragsfrei gestellt.

Versicherungs- und Banksparverträge bauen ab

Damit setzt sich der Bestandsabbau bei den Versicherern seit dem Höchstwert von 2012 (11,023 Millionen Verträge) kontinuierlich fort.  

Abwärts ging es auch bei den Banken. Die Anzahl der Riester-Banksparverträge sank im vergangenen Jahr um 30.000. Prozentual bedeutet das ein Minus von fast vier Prozent.

Insgesamt erfreut sich die vor 16 Jahren eingeführte Form der staatlich geförderten Altersvorsorge aber immer noch wachsender Beliebtheit – auch wenn der gesamte Bestandszuwachs im vergangenen Jahr mit 0,3 Prozent (plus 53.000 Verträge) so gering wie nie zuvor ausfiel.

Wohn-Riester und Investmentfonds weiter im Aufwind

Dabei werden die Abgänge bei Versicherungs- und Banksparverträgen vor allem durch die Zuwächse an Wohn-Riester- und Eigenheimrenten kompensiert. Sie verzeichneten ein Plus von über acht Prozent beziehungsweise 127.000 Verträgen auf nun 1,691 Millionen. Damit ist ihr Bestand seit der Einführung des Produkts im Jahr 2008 kontinuierlich gewachsen.

Dieselbe Entwicklung erleben Investmentfondsverträge. Ein Plus von 49.000 Verträgen im Vorjahr bedeutet ein Wachstum um 1,5 Prozent auf nunmehr 3,174 Millionen.

Um den Absatz von Riester-Produkten auch in Zeiten des Niedrigzins wieder anzukurbeln, wurde dieser Tage eine Mindest-Aktien-Quote für diese Form der Altersvorsorge gefordert. Außerdem müssen Vermittler ihrer Riester-Beratung seit Jahresbeginn ein Produktinformationsblatt (PIB) beifügen. Hierzu hat die Branche allerdings zuletzt breiten Unmut geäußert.

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