Urteil beendet Arag-Familienstreit - vorläufig

Versicherungen von Martin Thaler

34 Jahre dauerte der Prozess um das Erbe der Arag-Gruppe. Nun fällte das Düsseldorfer Landgericht ein Urteil. Doch eine Prozessseite kündigte bereits an, in Berufung gehen zu wollen.

Arag-Chef Paul-Otto Faßbender.

Arag-Chef Paul-Otto Faßbender. Foto: dpa

34 Jahre dauerte der Prozess – und das gerade einmal in der ersten Instanz: Nun fällte das Düsseldorfer Landgericht im Erbstreit um den Arag-Konzern ein Urteil.  

Dieses besagt laut einem Bericht der Rheinischen Post, dass Arag-Chef Paul-Otto Faßbender seiner Schwester Petra Faßbender insgesamt 3,5 Millionen Euro zahlen muss. Eine aus seiner Sicht recht niedrige Zahl, schließlich verlangte die Schwester ein Anteil in Höhe von 20 Millionen Euro. Er selbst hatte bereits einen Vergleich in Höhe von zehn Millionen Euro vorgeschlagen. Hinzu kommen für Paul-Otto Faßbender 30 Prozent der Prozesskosten, die mehrere hunderttausend Euro betragen dürften. Der Löwenanteil, 70 Prozent, muss indes von Petra Faßbender bezahlt werden.  

Dass die jahrelange Gerichts-Odyssee nun aber für alle Beteiligten zu Ende ist, glaubt indes niemand. Denn die Schwester und ihre Anwälte hatten bereits vor der Urteilsverkündung Berufung angekündigt.   Ursache des jahrzehntelangen juristischen Schlagabtauschs ist das Testament, das der Vater der Kontrahenten, Walter Faßbender hinterließ. Dieses besagte, dass Sohn und Tochter zu gleichen Teilen erben sollten, der Sohn allerdings in Firmenanleihen, die Tochter in Form einer Ausgleichszahlung.  

Strittig blieb aber wie hoch diese ausfallen sollte – und der Streit um den damaligen Firmenwert mit zahllosen Gutachten begann. Zudem starb im Laufe des Prozesses einer der Anwälte, ein Gutachter erkrankte an Demenz. Ersatzleute mussten sich entsprechend einarbeiten.  

Auch Arag-Chef Faßbender gab sich zuletzt vom Dauerprozessieren entnervt. Über seinen Anwalt ließ er betonen, dass er endlich Ruhe haben wolle. Die aufgewendeten Ressourcen für den Prozess „hätte man sinnvoller einsetzen können.“

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare