Spitzenverband sieht GKV-Zusatzbeitrag bald bei 2 Prozent

Versicherungen von Florian Burghardt

Eigentlich will sich der GKV-Spitzenverband erst im Sommer zur Entwicklung des Zusatzbeitragssatzes äußern. Doch sein Verwaltungsratschef Uwe Klemens machte gegenüber der dpa bereits Prognosen und nannte auch Gründe für mögliche Erhöhungen.

Geht davon aus, dass sich die Zusatzbeiträge bis 2020 fast verdoppeln: Der Vorsitzende des Verwaltungsrats im GKV-Spitzenverband, Uwe Klemens.

Geht davon aus, dass sich die Zusatzbeiträge bis 2020 fast verdoppeln: Der Vorsitzende des Verwaltungsrats im GKV-Spitzenverband, Uwe Klemens. Bild: GKV-Spitzenverband

Äußerungen über die Entwicklung des Zusatzbeitrags in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) lassen die Menschen regelmäßig aufhorchen. Schließlich geht es dabei direkt um ihr Geld. Durchschnittlich 1,1 Prozent des Bruttogehalts müssen gesetzlich Versicherte aktuell zuzahlen. Aber bleibt dieser Wert noch länger konstant?

Auf der Internetseite des GKV-Spitzenverbandes wird heute dessen Pressesprecher, Florian Lanz, zitiert:

"Für das laufende Jahr erwartet der Schätzerkreis im Durchschnitt einen stabilen Zusatzbeitrag, was insgesamt auch wahrscheinlich ist. Wenn im Sommer die endgültigen Finanzergebnisse für 2016 vorliegen und die Zahlen für das erste Quartal 2017, werden wir als GKV-Spitzenverband unsere Einschätzungen für die weitere Finanzentwicklung und damit auch für die Zusatzbeiträge konkretisieren."

Verwaltungsratschef Klemens prescht vor

So lange wollte der Vorsitzende des Verwaltungsrates des GKV-Spitzenverbandes, Uwe Klemens, offenbar nicht warten. „Ich gehe von einem Zusatzbeitrag von 1,8 bis zwei Prozent in den nächsten drei Jahren aus”, sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Klemens prognostiziert damit beinahe eine Verdopplung der aktuellen Sätze bis 2020.

„Es gibt dafür ganz einfache Gründe. Wir haben ungefähr vier bis fünf Milliarden Euro Zusatzkosten pro Jahr, die durch die Umsetzung des Koalitionsvertrages jetzt schon zum Tragen kommen“, erklärt der Verwaltungsratschef in der dpa-Meldung. Gründe für die Zusatzkosten seien laut Klemens die Gesetze zur Pflegestärkung, Veränderungen in der Arzneimittelversorgung und das Krankenhausstrukturgesetz. „Das wird den Druck auf den Zusatzbeitrag stark erhöhen”, betonte er.

Eine ähnliche Prognose wie Klemens hatte die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Dr. Doris Pfeiffer, bereits im vergangenen Sommer abgegeben.