Makler = Generationenberater: Neue Verdienstmöglichkeiten und rechtliche Fallstricke

Top News Berater von Stefan Terliesner

Margit Winkler, Geschäftsführerin des Instituts Generationenberatung in Bad König, über neue Einnahmequellen für Makler und die damit verbundenen Tücken.

Margit Winkler, Geschäftsführerin des Instituts Generationenberatung.

Margit Winkler, Geschäftsführerin des Instituts Generationenberatung. Foto: Privat

procontra: Frau Winkler, wie viele Makler haben sich 2016 bei Ihnen zum Generationenberater IHK  weitergebildet?  

Margit Winkler: Vergangenes Jahr waren es 234. Von Maklern angenommen wird auch ein reines Vertriebsprogramm zum Thema Generationenberatung. Hier ist keine Prüfung erforderlich.  

procontra: Können Makler sich dann dennoch Generationenberater nennen?  

Winkler: Ja, der Begriff ist gesetzlich nicht geschützt, obwohl wir uns dafür stark gemacht hatten. Das Kürzel IHK darf man aber nur nach einer erfolgreichen Prüfung verwenden.  

procontra: Und was kostet diese Maßnahme?  

Winkler: Für das fünftätige Präsenzseminar mit Schwerpunkt auf Praxistransfer plus Selbstlernmedien und die Teilnahme an Webinaren zahlt ein Teilnehmer fast 1.800 Euro.

procontra: Was genau macht dieses Geschäftsfeld für Makler interessant?  

Winkler: Im Vergleich zu Vertretern genießen Makler viele Freiheiten. Diese Flexibilität sollten sie nutzen und ihr Geschäftsmodell erweitern. Der Beratungsbedarf in der Bevölkerung in Sachen Pflege, Vollmacht, Verfügung und Testament ist immens. Weil wichtige Provisionseinnahmen vom Regulator gedeckelt wurden, ist die Erschließung neuer Einnahmequellen oft eine wirtschaftliche Notwendigkeit.  

procontra: Wie sehen die Verdienstmöglichkeiten aus?  

Winkler: Es gibt Makler, die sich auf das Thema spezialisiert haben. Erst kürzlich sagte mir eine zertifizierte Generationenberaterin: „Weil ich jetzt Generationenberatung mache, habe ich keine finanziellen Sorgen mehr. Ich mache eine Beratung pro Woche und verschaffe mir allein damit ein attraktives Einkommen.“ Dabei ist sie im ländlichen Raum aktiv, wo die Kundschaft im Schnitt nicht so vermögend ist wie in einer Großstadt. Dort sind höher dotierte Abschlüsse pro Kunde möglich.  

procontra: Durch die Vermittlung einer Pflegeversicherung lassen sich so hohe Einnahmen nicht erzielen. Was ist notwendig dafür?  

Winkler: Im Bereich Pflege haben wir eine sehr hohe Abschlussquote. Aber es stimmt, Einnahmen auf diesem Niveau stammen überwiegend aus der Vermögensstrukturierung bei einer Kundschaft ab 50 Jahre. Diese verfügen über zum Teil über sehr hohe Investments, die fast ausschließlich flexibel angelegt sind. Aus diesem Aspekt heraus, ist das Konzept Generationenberatung entstanden und dient in erster Linie der Vermittlung von Finanzdienstleitungen.  

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