IDD als Chance: So gewinnt die Branche Vertrauen zurück

IDD Berater von Peter Blaukowitsch

Wie sehen die Anforderungen an IT- und Software-Systeme aus?

In Fachkreisen kristallisiert sich eine eindeutige Schlussfolgerung heraus: Vertrieb, Beratung und Dokumentation von Versicherungsprodukten werden zukünftig ohne entsprechend gestaltete Software- und IT-Infrastrukturen nicht realisierbar sein.
Leitsätze des Arbeitskreises Beratungsprozesse:

  • Gute Dokumentation ist kein Selbstzweck, sondern ein Arbeitsinstrument in der Beratung
  • Gute Dokumentation setzt einen systematischen Beratungsprozess voraus.
  • Gute Dokumentation ist kein nachgelagerter Prozess, sondern begleitet den Beratungsvorgang. Sie erfordert keinen hohen Mehraufwand.
  • Gute Dokumentation ist modular. Sie enthält eine prägnante Beschreibung der Beratung. Beratungsmaterialien zu Auftragsklärung und Risikoanalyse können Bestandteil der Dokumentation werden.
  • Gute Dokumentation darf frühere Dokumentationen oder sonstige Dokumente einbeziehen.
  • Gute Dokumentation ist in leicht verständlicher Kundensprache verfasst.

Einige der benötigten Funktionalitäten, Anforderungen und Features wurden im Vorlauf bereits angesprochen. Zu diesen Aspekten lassen sich aber noch etliche weitere hinzufügen. In Stichworten lassen sich auf Softwareebene z. B. nennen:

  • Modularisierung der Systeme bei gleichzeitiger Barrierefreiheit
  • Kontextsensitive Vorschlagslogik
  • Simultan-Protokollierung als Mittel der Verschmelzung von Beratung und Dokumentation
  • Innovative Bedienkonzepte, z. B.:

    • Dokumentenerfassung via Smartphone inkl. Texterkennung und –auswertung
    • Sprachsteuerung der Anwendung
    • Dokumentation via Spracherfassung
    • Rechtgültige elektronische Unterschrift
    • Asynchrone Beratung, Double-screen-Technik, Co-Browsing etc.

Was für die Anwendersysteme selbst gilt, spiegelt sich auf Seiten der umgebenden Systemlandschaften wider. Als Zielvision zeichnet sich diesbezüglich der Wunsch nach einer gemeinsamen Plattform als Basis für alle möglichen Stationen (Touch-Points) der Customer Journey ab. Der Multi- bzw.- Omni-Channel-Ansatz wiederum fußt auf entsprechenden Datenbank-Landschaften im Sinne von ODS, einheitlichen Datenformaten und zielgerichteter Datenauswertung und –verknüpfung.
Aus Sicht der Endkunden wiederum sind elektronische Kundenmappen oder –portale, die 24/7 eine autonome Gesamtsicht auf Bestandsverträge, Informationen, Kontaktmöglichkeiten, Angebote etc. bieten, fester Bestandteil der Erwartungshaltung.

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