Elementarschutz: 6,5 Millionen versichert - 11 Millionen fehlen noch

Versicherungen von Martin Thaler

Die Zahl der Hausbesitzer mit Elementarschutzversicherung nimmt weiter zu. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl um drei Prozent. Derweil will Bayern keine Hilfsleistungen mehr an Flutopfer tätigen.

Immer mehr Hausbesitzer sichern sich gegen Überflutungsschäden ab.

Immer mehr Hausbesitzer sichern sich gegen Überflutungsschäden ab. Foto: terimakasih0 - Pixabay.de

Die Nachricht, die vergangene Woche durch die bayerischen Medien, wird wohl etliche Wohnungs- bzw. Hausbesitzer im Freistaat aufgeschreckt haben. Die CSU-Landesregierung hatte beschlossen, ab Juli 2019 Flutopfern keine finanzielle Unterstützung mehr zukommen lassen zu wollen, sofern die entstandenen Schäden versicherbar gewesen seien.  

Durch die starken Überschwemmungen im Frühjahr des vergangenen Jahres waren in Bayern schwere Schäden entstanden – insgesamt 57 Millionen Euro zahlte die Regierung damals an Soforthilfe an die Betroffenen, berichtet die Augsburger Allgemeine. Denn versichert waren die wenigsten: Laut Daten des Versicherungsverbands GDV besaßen gerade einmal 30 Prozent der Hausbesitzer eine entsprechende Police.

Drei Prozent mehr Policen

„Es ist nicht Aufgabe des Staates, als Ersatzversicherer zu fungieren“, zitiert die Augsburger Allgemeine den bayrischen Finanzminister Markus Söder, der betonte, dass staatliche Hilfen nicht dazu führen solle, dass Hausbesitzer bewusst vom Abschluss einer entsprechenden Elementarschutzversicherung absehen.  

Ob dies wirklich der Fall ist, bleibt einmal dahingestellt – schließlich können Betroffene von den Soforthilfen gerade einmal das Nötigste neu anschaffen.  Fakt ist hingegen, dass die Verbreitung von Elementarschutzversicherungen ansteigt – nicht nur in Bayern, sondern deutschlandweit. Das ergeben neue Zahlen, die der GDV an diesem Mittwoch präsentierte. 

Diesen zufolge stieg die Zahl der Hausbesitzer, die über eine Elementarschutzversicherung verfügen, im vergangenen Jahr um drei auf nun 40 Prozent. Im Vergleich zur Situation vor 15 Jahren hat sich die Zahl der abgesicherten Hausbesitzer sogar verdoppelt. „Der Anstieg der Versicherungsdichte gegen Elementargefahren zeigt, dass die Verbraucher zunehmend für die Gefahr Starkregen sensibilisiert sind und die Informationskampagnen in zahlreichen Bundesländern wirken“, sagte Bernhard Gause, Mitglied der GDV-Geschäftsführung.  

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