Das sind die besten Krankenzusatzversicherungen

Berater Top News von Florian Burghardt

Die exakte, von den Testern vergebene Punktzahl ergab sich aus dem abgefragten Leistungsangebot der Versicherungsbedingungen und dem Verhältnis der Prämie zur jeweils niedrigsten Prämie einer Kategorie.

Bei den Leistungen wurden folgende Aspekte abgefragt und je nach ihrem Erfüllungsgrad mit Punkten belohnt:

  • Leistung für die Nutzung von gemischten Anstalten
  • Übernahme der Mehrkosten für freie Krankenhauswahl
  • Erstattung bis zu den Höchstsätzen der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)
  • Erstattung über den Höchstsatz der GOÄ hinaus
  • Umfang der Leistungsübernahme bei stationärer Psychotherapie

Die vollständige Formulierung der Prüfkriterien, das Abschneiden der anderen Tarife und das vollständige Schema der Punktevergabe können in der Zusammenfassung des Ratings unter diesem Link (PDF-Datei) angesehen werden.

Rating-Analyse aus Maklersicht

Wie schon beim Test von PKV-Vollversicherungs-Tarifen durch das Analysehaus Ascore hat procontra Anja Döring gebeten, die Aussagekraft des Ratings einmal aus Maklersicht zu kommentieren. Döring ist Geschäftsführerin der KVoptimal.de GmbH, die auf die Tarifoptimierung von privat Krankenversicherten spezialisiert ist.

Aus ihrer Sicht bildet das Krankenzusatz-Rating von Euro und KVpro alle relevanten Leistungspunkte ab. Sie fügt aber auch hinzu: „Für den Endkunden ist eine Bewertung nach Punkten allerdings immer schwierig, da er die Punktedifferenz im Erfüllungsgrad nicht nachvollziehen kann. Daher ist es einfacher wenn man ein Ja/Nein-Rating hat, also nur nach ‚erfüllt‘ und ‚nicht erfüllt‘ unterscheidet.“

Keine Leistung trotz Zusatzpolice?

Den Leistungspunkt „freie Krankenhauswahl“ sieht Döring zudem nicht transparent genug erläutert. Auch Vermittler können hier bei ihrer Beratung einiges falsch machen. „Dem Kunden wird also impliziert, dass es um die Wahl aller in Deutschland befindlichen Kliniken geht. Also auch Privatkliniken“, kritisiert Döring.

Entscheidet sich ein Kunde zum Beispiel gegen die Einweisung in das von seiner Krankenkasse empfohlene Krankenhaus und geht stattdessen in eine Privatklinik, kann es dazu kommen, dass er sämtliche Kosten selbst tragen muss. „Laut § 39 SGB Fünf ist die GKV bei Privatkliniken oder nicht zugelassenen Kliniken gar nicht zur Leistung verpflichtet“, erklärt Döring.

Beispielsweise würden laut Döring sowohl „Komfort-U“ der Axa als auch „TopS“ der Barmenia keine Krankenhauskosten in Privatkliniken übernehmen. Beide haben in der Leistungskategorie „freie Krankenhauswahl“ eine sehr gute Bewertung erhalten. Bleibt dann auch noch die Krankenkasse leistungsfrei, steht der Kunde mit den Kosten komplett alleine da. „Bei einer Geburt mit drei Tagen Aufenthalt sind das circa 1.600 Euro zuzüglich Wahlleistungen“, so Döring.

Maklern und Kunden empfiehlt Döring daher, solche Punkte vorher genau abzuklären. Ihr Fazit: „Am besten immer vorher abstimmen, welche Leistungen erstattet werden und Privatkliniken meiden.“

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