bAV: KMU wollen Nachbesserungen beim BRSG

Berater von Michael Fiedler

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) soll die betriebliche Altersversorgung (bAV) vor allem bei Geringverdienern und in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) stärken. Doch die Unternehmen sehen noch Verbesserungsbedarf. Wo, zeigt eine aktuelle Umfrage.

BRSG: Nicht das Gelbe vom Ei

BRSG: Ist nicht das Gelbe vom Ei, so die Arbeitgeber auf der Handelsblatt-Jahrestagung „bAV 2017“. Bild: pixabay / ponce_photography

Ein Weg, drohende Altersarmut zu verhindern, ist die Stärkung betrieblicher Altersversorgung. Ein Schritt in die richtige Richtung ist dabei das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG), so das Fazit der 18. Handelsblatt-Jahrestagung „bAV 2017“, die vom 27. Bis 29. März in Berlin stattfand.
Doch ob das Sozialpartnermodell tatsächlich die erhoffte Verbreitung bewirken kann, bezweifeln zwei Drittel jener Unternehmen, die an der Jahrestagung teilgenommen haben. Auch über die Anpassung des Rechnungszinses sind sich die Umfrageteilnehmer uneins. Doch in einem sind sie sich einig: Der deutliche Gewinner des BRSG ist der Pensionsfonds.

Sozialpartnermodell erreicht KMU nicht

Nur ein Drittel sieht in dem Sozialpartnermodell das Mittel, um die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) in KMU anzukurbeln. Die große Mehrheit der befragten Unternehmen sind der Ansicht, dass den Tarifvertragsparteien schlicht und ergreifend der Zugang zur KMU fehlt (42 Prozent) beziehungsweise die KMU weiterhin die versicherungsförmigen Durchführungswege nutzen werden (25 Prozent). Auf die Frage, ob die Ausweitung des § 3 Nr. 63 Einkommenssteuergesetz (EStG), das heißt eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze auf acht Prozent, eine Verbreitung bei KMU und Geringverdienern erreicht, antwortet die Mehrheit mit Nein.

Rechnungszins muss angepasst werden

Muss in der Niedrigzinsphase der Rechnungszins für die steuerliche Bewertung von Pensionsverpflichtungen angepasst werden? Die Befragten sind sich einig: Ja, er muss angepasst werden. Eine knappe Mehrheit der Arbeitgeber fordert eine schrittweise Umstellung auf den HGB-Zins, um den Steuerausfall beispielsweise auf einen Zeitraum von 15 Jahren zu verteilen. Immerhin 30 Prozent plädieren für eine sofortige Umstellung auf den HGB-Zins.

Pensionsfonds als Profiteure

„Der Pensionsfonds kann die neuen Zielrenten am besten abbilden“ – diese Ansicht vertreten 42 Prozent der befragten Arbeitgeber. „Die heute im Pensionsfonds vorhandenen Möglichkeiten zum Aufbau von nicht-versicherungsförmigen Versorgungsleistungen, sind schon sehr nah an dem Modell der Zielrente wie es das BRSG künftig vorsieht. Und wenn dazu noch reine Beitragszusagen möglich sind, kann der Pensionsfonds seine Vorteile vollständig ausspielen“, kommentiert Michael Hoppstädter, Geschäftsführer der Longial GmbH.
Positiv wird auch bewertet, dass der Pensionsfonds im Gegensatz zu den anderen Durchführungswegen nicht überreguliert ist und er die Renditechancen der Kapitalmärkte nutzen kann. Dem stehen 30 Prozent der Arbeitgeber entgegen, nach deren Meinung alle Durchführungswege gleichermaßen profitieren werden.

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