Versicherungsbranche ermöglicht knapp 1,2 Millionen Jobs

Versicherungen von Florian Burghardt

Laut einer neuen Studie im Auftrag des GDV sind 650.000 Arbeitsplätze in Deutschland von der Assekuranz abhängig. Sie leistet zudem einen erheblichen Anteil am Bruttoinlandsprodukt. Die eigenen Beschäftigtenzahlen sind aber rückläufig.

Viele Arbeitsplätze werden erst durch die Versicherungsbranche ermöglicht.

Viele Arbeitsplätze werden erst durch die Versicherungsbranche ermöglicht. Bild: jarmoluk/Pixabay.com

„Wir Versicherer erfüllen eine zentrale Rolle für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, wird GDV-Präsident Alexander Erdland heute in einer Pressemitteilung des Verbands zitiert. Damit nimmt Erdland Bezug auf die Ergebnisse einer Studie der Beratungsfirma Prognos im Auftrag des GDV.

Demnach generierte die Versicherungsbranche im Jahr 2015 einen Anteil von 3,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Dies entsprach einer Bruttowertschöpfung in Höhe von 88,9 Milliarden Euro.

Diese Summe ergab sich aus der direkten Bruttowertschöpfung der Branche in Höhe von 51,7 Milliarden Euro, wozu beispielsweise die Gehälter des angestellten Innen- und Außendienstes und die Provisionen für die selbstständigen Vermittler zählen. Zusammen mit den indirekten (20,6 Milliarden Euro) und den induzierten Effekten (16,6 Milliarden Euro) kommt die Branche auf den Gesamtwert von fast 90 Milliarden.

650.000 indirekte und induzierte Arbeitsplätze

Zu den indirekten Effekten zählen beispielsweise die Ausgaben der Versicherer für Unternehmensdienstleister. Dazu gehören Branchen wie „Handel, Verkehr und Gastgewerbe“, aber auch spezielle „Finanz- und Versicherungsdienstleister“. Laut den Studienautoren schafft die Versicherungswirtschaft durch indirekte Effekte 366.000 Arbeitsplätze in Deutschland.

Induzierte Effekte entstehen durch die Konsumausgaben der direkt und indirekt durch die Branche Beschäftigten. Durch diese Ausgaben sind weitere 283.000 Arbeitsplätze von der Assekuranz abhängig, heißt es weiter.

Zusammen mit den 296.000 direkten Angestellten der Branche – die Studie rechnet hier auch die Angestellten von Pensionskassen sowie die Beschäftigten in Vermittlerbetrieben mit ein – und etwa 233.000 selbstständigen Vermittlern ermöglichte die Versicherungswirtschaft im Jahr 2015 etwa 1,177 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland.

Anzumerken ist hier, dass sowohl die Zahl der Angestellten in der Individualversicherung (knapp 3.000 weniger) als auch die der registrierten Vermittler (knapp 5.000 weniger) seitdem gesunken ist. Hauptgrund dafür ist die zunehmende Digitalisierung von Arbeitsprozessen, sowohl in der Verwaltung als auch im Vertrieb.

Die vollständige Studie kann über diesen Link (PDF-Datei) heruntergeladen werden.

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