Störungen der Lieferkette: Risiko durch Kooperation verringern

Berater von Michael Fiedler

Über die häufigsten Ursachen von Lieferkettenunterbrechungen gibt eine neue Studie Auskunft. Wie Kooperationen helfen können und worauf Makler achten sollten.

Lieferketten Risiko Betriebsunterbrechung

Durch komplexere Lieferketten steigt das Risiko von Störungen und Betriebsunterbrechungen. Bild: pixabay

Die Lieferketten vieler Unternehmen sind heute durch stark vernetzte Systeme und einen hohen Grad an Internationalisierung gekennzeichnet. Das Risiko von Störungen der Lieferkette, in deren Folge auch Betriebsunterbrechungen drohen, steigt mit zunehmender Komplexität.
Wie Unternehmen mit existenzbedrohenden Lieferketten-Risiken umgehen, wollte die Arbeitsgruppe Produktions- und Logistiknetzwerke der Jacobs University Bremen herausfinden und befragte dazu 216 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Ein Ergebnis: 99 Prozent der befragten Unternehmen erlebten in den vergangenen fünf Jahren eine Störung in ihrer Lieferkette. Mit 73 Prozent schätzen Unternehmen der Automobilindustrie Störungen in der Lieferkette als deutlich größeres Problem ein als andere Branchen.

Als häufigste Ursachen wurden genannt:

  • mangelnde Produktqualität
  • Ausfall von Maschinen- und Steuerungssystemen
  • Insolvenz von Zulieferern

Nur 28 Prozent der beschriebenen Störungen in der Lieferkette haben dabei ihren Ursprung beim befragten Unternehmen selbst, so die Studie.
„Die Probleme entstehen zum Großteil durch äußere Einflüsse, auf die Unternehmen entsprechend vorbereitet sein sollten. Eine Zusammenarbeit unter den Lieferanten oder innerhalb einer spezifischen Branche hilft, die Reaktionszeit sowie die negativen finanziellen Auswirkungen einer Störung in der Lieferkette zu verringern. Das ist effizienter, als wenn jedes Unternehmen sich für die Krise isoliert rüstet“, so Studienleiterin Prof. Dr. Julia Bendul.

 

Kooperation als Risikomanagementinstrument

Obwohl die Befragten Kooperation als Risikomanagementinstrument vergleichsweise wenig anwenden, bewerten sie es als wirksamste Maßnahme. Nur etwa 22 Prozent hatten Kooperation als Risikomanagementinstrument im Voraus geplant.
Damit kooperatives Risikomanagement auch in der Praxis gelingt, sei die vertrauensvolle Beziehung der Mitarbeiter untereinander von zentraler Bedeutung, so die Studie. Zudem könnten Versicherungen bei Kooperationen im Krisenfall eine koordinierende und neutrale Rolle einnehmen.

Spartenvertrag abschließen!

Makler, die ihren Gewerbe-Mandanten an einen Spezialmakler verweisen wollen, sollten darauf achten, dass der Spezialist einen eigenen Maklervertrag für die übertragene Sparte mit dem Kunden abschließt. Im Streitfall besteht sonst die Möglichkeit, dass der Spezialmakler als Erfüllungsgehilfe im Sinne § 278 BGB des Ursprungsmaklers angesehen wird, führt Mario Zinnert in „Recht und Praxis des Versicherungsmaklers“ aus.

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