Rentenbescheid: Mehr Informationen = mehr Altersvorsorge?

Versicherungen von Martin Thaler

Der Versicherungsverband GDV macht sich für eine Reform der jährlichen Renteninformationen stark. Wenn diese die statistische Lebenserwartung enthalten würde, würde die Bereitschaft zur privaten Vorsorge steigen, so die Überzeugung.

GDV-Präsident Alexander Erdland wirbt für mehr Informationen in den Rentenbescheiden.

GDV-Präsident Alexander Erdland wirbt für mehr Informationen in den Rentenbescheiden. Foto: Pixelmixel - Fotolia.com

Einmal im Jahr bekommen die Deutschen Post – dann flattert die jährliche Renteninformation, im Volksmund auch Rentenbescheid genannt, ins Wohnzimmer, der die Menschen informieren soll über Rentenhöhe, Rentenart und Rentenbeginn.  

Doch sollte dieser noch weitere Informationen enthalten? Ja, wenn es nach Meinung des Versicherungsverbandes GDV geht. „Die meisten Deutschen unterschätzen, wie alt sie werden“, macht sich der scheidende GDV-Präsident Alexander Erdland gegenüber der Berliner Morgenpost für eine Reform des Rentenbescheids stark. Dieser solle die Deutschen in Zukunft auch über seine statistische Lebenserwartung aufklären.  

Denn wer diese nicht kenne – so die Überzeugung Erdlands – unterschätze, wie alt er werde. Und daraus resultiere ein erhöhtes Risiko, nicht ausreichend fürs Alter vorzusorgen. Die Information, wie alt man wahrscheinlich werde, führe laut Erdland zu einem „stärkeren Bewusstsein für die private Altersvorsorge.   Angesichts der andauernden Kritik an der Riester-Rente, können diese Aussagen als Versuch Erdlands gewertet werden, im kommenden vom Thema Rente geprägten Wahlkampf die private Altersvorsorge zu verteidigen.  

Bei der Deutschen Rentenversicherung zeigte man sich gegenüber der Zeitung aufgeschlossen für den Vorschlag. „Der Hinweis, dass die Lebenserwartung und damit die voraussichtliche Laufzeit der Rentenzahlungen von vielen Menschen unterschätzt wird, ist vermutlich zutreffend“, wird ein Sprecher zitiert. Allerdings verwies er ebenfalls darauf, dass die privaten Versicherer ihre Forderung nach mehr Informationen ebenfalls nicht erfüllen würde.

Ob mit statistischer Lebenserwartung oder nicht - schon jetzt regt die alljährliche Renteninformation zu mehr Altersvorsorge an. Dies hatte im vergangenen Jahr eine Studie des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung ergeben. Dieser Studie zufolge habe die private Altersvorsorge seit Einführung der Renteninformation deutlich zugenommen. 

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