Immer mehr Kunden wollen Telematik

Berater von Florian Burghardt

Die Deutschen würden zunehmend personenbezogene Daten gegen geringere Versicherungsprämien tauschen. Das zeigt eine neue Studie. Aus ihr geht auch hervor, welcher Vertriebsweg am stärksten von den digital-affinen Kunden profitiert und warum.

Laut der Prophet-Umfrage ist jeder zweite Deutsche dazu bereit, personenbezogene Daten im Austausch gegen günstigere Prämien an den Versicherer weiterzugeben.

Laut der Prophet-Umfrage ist jeder zweite Deutsche dazu bereit, personenbezogene Daten im Austausch gegen günstigere Prämien an den Versicherer weiterzugeben. Bild: geralt/Pixabay.com

Die Deutschen freunden sich zunehmend mit den Telematik-Modellen von Versicherungen an. Jeder Zweite ist mittlerweile dazu bereit, persönliche Daten, beispielsweise über das eigene Fahrverhalten, an den Versicherer weiterzugeben, wenn er dadurch von günstigeren, maßgeschneiderten Tarifen profitiert.

Das geht aus einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage der Unternehmensberatung Prophet Germany GmbH hervor. Damit ist die Bereitschaft zur Datenweitergabe gegenüber einer Erhebung aus dem letzten Jahr deutlich gestiegen. Die von vielen Versicherten mit der Datenweitergabe verbundene Angst vor negativen Folgen scheint abgeflaut zu sein.

Im Vergleich zu den Internetriesen Google und Facebook genießen Versicherungsunternehmen sogar ein sehr großes Vertrauen bei ihren Kunden. 72 Prozent glauben, dass ihr Versicherer mit ihren personenbezogenen Daten verantwortungsvoller umgeht als die beiden Online-Giganten.

Freuen dürfte das die immer zahlreicheren Anbieter von Kfz-Telematik-Tarifen. Aber auch für die Anbieter anderer Sparten – allen voran die Generali mit ihrer Leben-Tarifserie „Vitality“ – dürfte die gestiegene Kundenbereitschaft zur Datenweitergabe interessant sein.

Schwache Online-Auftritte lassen Vergleichsportale jubeln

Die Prophet-Studie zeigt aber auch, dass die Versicherer die Gunst ihrer Kunden an anderer Stelle wieder verspielen. Sieben von zehn Befragten halten die Online-Auftritte der Versicherungsunternehmen für nicht gut gemacht. Demnach wollen die Kunden mit wenigen Klicks ihre Wünsche umsetzen und nicht mühsam nach Informationen suchen, heißt es in der Studie.

Vertriebsseitig hat das den Effekt, dass ebenfalls 70 Prozent der Deutschen beispielsweise die Internetseite eines Direktversicherers oder Assekuradeurs wieder verlassen und ihren Online-Abschluss hingegen bei einem Vergleichsportal tätigen. Diese würden ihnen schneller und besser Transparenz über Versicherungsprodukte bieten, als wenn sie sich direkt bei den Anbietern informieren würden, so der Kunden-Konsens.

Nicht umsonst wird Vergleichsportalen sowohl in den Sparten Leben und Kranken, als auch im Schaden- und Unfall-Geschäft aktuell das größte Wachstumspotenzial unter den Vertriebskanälen bescheinigt.

Wie die Studie zeigt, liegt dies aus Sicht der Deutschen gar nicht an den hohen Budgets für TV-Werbung, sondern an schneller und transparenter Information über die Produkte. Ein Kundenwunsch, der von den Versicherern, aber auch von Maklern und Vertretern umsetzbar sein sollte. 

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