GDV erwartet stabile Solvenzquoten

Versicherungen von Martin Thaler

Ende Mai müssen die Versicherer erstmals ihre Solvenzquoten präsentieren. Der Branchenverband GDV sieht die deutschen Unternehmen dabei gut aufgestellt im europäischen Vergleich.

Informierte zum Thema Solvency II: Talanx-Vorstand Dr. Immo Querner.

Informierte zum Thema Solvency II: Talanx-Vorstand Dr. Immo Querner. Foto: Talanx AG

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft  (GDV) geht von einer Stabilisierung der Solvency-II-Quoten bei den deutschen Lebensversicherern aus. So soll diese nach Schätzung des Branchenverbandes am Ende vergangenen Jahres einen ähnlichen Wert aufgewiesen haben wie zu Jahresbeginn (1. Januar 2016: 283 Prozent). Damit würde sie wieder deutlich höher liegen als gegen Ende des ersten Quartals 2016, als sie auf 209 Prozent fiel.  Dies teilte der Branchenverband im Rahmen eines Pressegesprächs in Frankfurt mit.

Stabil sollen die Solvenzquoten auch im Bereich Schaden- und Unfallversicherung (Stand 31. März 2016: 280 Prozent) sowie für den Gesamtmarkt (inklusive Rück- und Krankenversicherung; Stand 31. März 2016: 280 Prozent) bleiben, so die GDV-Schätzung.

Auch im internationalen Vergleich würden die deutschen Versicherer hinsichtlich ihrer Solvenz gut abschneiden, betonte Dr. Immo Querner, Finanzvorstand der Talanx AG sowie Vorsitzender des Zentralausschusses Risikomanagement beim GDV. Dies würden Daten der europäischen Versicherungsaufsicht EIOPA unter Beweis stellen.  

So würde sich die Bedeckungsquote unter Berücksichtigung von Übergangsmaßnahmen in Deutschland bei 286 Prozent liegen – im EU-Durchschnitt belaufe sie sich hingegen nur auf 193 Prozent. Auch ohne Berücksichtigung der Übergangsquoten habe Deutschland die Nase vorne – mit 134 zu 121 Prozent.  

Im Mai müssen die Versicherungsunternehmen erstmals ihre Solvenzzahlen vorlegen – entsprechend groß wird das resultierende Medienecho vermutet. Dass die Solvenzquoten für die Verbraucher mehr Transparenz bedeuten, wird von vielen Versicherern allerdings bezweifelt. Schließlich seien die Quoten aufgrund vielfältiger Einflussmöglichkeiten bei der Berechnung überhaupt nicht vergleichbar, erklärte beispielsweise Dr. Guido Bader, Vorstand Mathematik und Leben der Stuttgarter Lebensversicherung im Gespräch mit procontra. 

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