BU-Schutz: Warum es schnell zu spät sein kann

Berater Meistgeklickt von Florian Burghardt

"Berufsunfähigkeit? Das betrifft doch nur ältere Arbeitnehmer, die körperlich tätig sind." Dass dieses Vorurteil nicht zutrifft, zeigt eine aktuelle Untersuchung. Was der GDV jungen Menschen für ihre Absicherung rät.

Viele junge Menschen haben Angst vor psychischen Erkrankungen. Wer frühzeitig eine BU-Police abschließt, zahlt niedrigere Beiträge.

Viele junge Menschen haben Angst vor psychischen Erkrankungen. Wer frühzeitig eine BU-Police abschließt, zahlt niedrigere Beiträge. Foto: Counseling/Pixabay.de

„Wer im Büro arbeitet, kann gar nicht berufsunfähig werden.“ So fasste Makler Guido Lehberg im Interview mit procontra das allgemeingeltende Vorurteil zusammen. Dabei sind Menschen mit Bürojobs größtenteils mit denselben Risiken konfrontiert, wie solche mit körperlich anstrengenden Tätigkeiten. „Die sogenannten Volkskrankheiten wie Krebs-, Herz-Kreislauf oder Nervenerkrankungen treffen auch sie“, so Lehberg.

Hinzu kommen, sogar als häufigste BU-Ursache in Deutschland, die psychischen Erkrankungen. Das hat nun auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in einer aktuellen Untersuchung erneut bekräftigt.

Dafür hatte der GDV einen Teil seiner Mitgliedsunternehmen mit einem Marktanteil von 32 Prozent (gemessen am Vertragsbestand) zu ihren BU-Fällen aus dem Jahr 2015 befragt. Heraus kam, dass psychische Erkrankungen sowohl bei Frauen (30 Prozent) als auch bei Männern (22 Prozent) die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit darstellt.

Frühzeitiger Abschluss lohnt sich

Den Hintergrund dafür bilden steigender Leistungsdruck und allgemein mehr Stress am Arbeitsplatz, wie jüngst eine andere Studie aufzeigte. Rund die Hälfte der Arbeitnehmer fürchtet sich vor einem Burnout, darunter größtenteils junge Menschen.

Ihnen rät der GDV im Rahmen seiner Untersuchung zum frühzeitigen Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Ein junges Eintrittsalter und ein guter Gesundheitszustand würden auch zu einer niedrigen Versicherungsprämie führen.

Und noch ein weiteres Argument für den Abschluss einer Police schon in jungen Jahren nennt Dr. Peter Schwark, Mitglied der GDV-Geschäftsführung: „Berufsunfähigkeit trifft keineswegs nur ältere Erwerbstätige.“

Genaugenommen ist es im Durchschnitt mit 47 Jahren soweit. Diesen Wert hat ebenfalls die GDV-Umfrage ergeben. Männer werden in Deutschland mit 48 Jahren berufsunfähig, Frauen mit 46. Quasi schon auf halber Strecke, wenn die meisten noch rund 20 Berufsjahre vor sich haben.

Vertriebstipps: Für jeden das Richtige

Zwar dauern die meisten BU-Fälle nicht für den Rest des Lebens an. Mit finanziellen Einbußen, auch bei zusätzlichen Arbeitgeberleistungen, ist aber immer zu rechnen. Wer noch gar keinen Arbeitgeber hat, weil er oder sie vielleicht noch studiert, findet sich im Falle einer früh auftretenden Berufsunfähigkeit sogar in einer besonders schwierigen Situation wieder. Hier können BU-Tarife speziell für Studenten helfen.

Für Menschen, die bereits in Lohn und Brot stehen, ist das Angebot noch weitreichender. Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat Anfang des Jahres 38 Tarife von 37 Anbietern untersucht. Und über die voraussichtliche Beitragsstabilität der BU-Versicherungsunternehmen kann man sich im Rating von Franke & Bornberg informieren.

Umfangreiche weitere Informationen zur Berufsunfähigkeitsversicherung, unter anderem zu den Themen Vorerkrankungen, Antragsverfahren und Leistungen, finden interessierte Leser auch in den nachfolgenden procontra-Infografiken:

Fakten über die Berufsunfähigkeit
Die Hälfte der BU-Ursachen geht auf Nerven- und psychische Erkrankungen sowie Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates zurück.
 
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