Bei Frauen wächst Bereitschaft zu Riester & Co.

Berater von Martin Thaler

Es gibt viele Gründe, warum gerade Frauen privat fürs Alter vorsorgen sollten. Das sehen offenbar auch immer mehr Frauen so, wie eine neue Umfrage zeigt.

Insbesondere Frauen bewerten die private Altersvorsorge als sehr wichtig.

Insbesondere Frauen bewerten die private Altersvorsorge als sehr wichtig. Foto: dpa

Wenn es um das Thema private Altersvorsorge geht, sind Frauen deutlich hellhöriger als Männer – dies ergibt sich aus einer repräsentativen Umfragen von TNS Infratest im Auftrag der R+V-Versicherung.   Demnach bezeichneten 44 Prozent der befragten Frauen es als äußerst bzw. sehr wichtig, mittels privater Rentenversicherung oder via Riester privat vorzusorgen – bei den Männern bestätigte diese Aussage nur ein Drittel der Befragten (33 Prozent). Hinzu kommen bei den Frauen weiter 28 Prozent, die der privaten Altersvorsorge immerhin noch das Prädikat wichtig verleihen.  

Besonders hohe Zustimmung erfährt die private Altersvorsorge übrigens im Bundesland Hessen – hier gaben deutlich mehr als die Hälfte der befragten Frauen an, die private Altersvorsorge als äußerst bzw. sehr wichtig zu empfinden.  

Die höhere Bereitschaft vieler Frauen, privat Geld für ihren Lebensabend zurückzulegen, liegt natürlich auch in den gegenüber den Männern oftmals anders ausfallenden Erwerbsbiografien begründet – durch Auszeiten bzw. geringere Entlohnung fallen die Rentenansprüche bei Frauen im Schnitt nur halb so hoch aus wie bei Männern, schreibt die R+V.

Frauen hinken auch bei bAV hinterher

Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hatte im vergangenen Jahr ermittelt, dass die gesetzlichen Altersrenten bei Frauen 2014 im Schnitt bei 618 Euro lagen, bei Männern hingegen bei 1037 Euro. Auch wenn die Renten bei Männern hier im Schnitt nicht doppelt so hoch ausfallen wie bei Frauen, sind die Unterschiede doch gravierend.  

Auch beim Thema betriebliche Altersvorsorge hinken Frauen den Männern hinterher, wie eine Auswertung des Bundesarbeitsministeriums jüngst ergab.  

Ein weiterer Punkt, der für eine verstärkte Altersvorsorge bei Frauen spricht, ist deren im Vergleich zu Männern höher ausfallende Lebenserwartung. Laut Angaben des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung werden Frauen im Schnitt fünf Jahre (83,1 Jahre) älter.  

„Der kleine Unterschied kann gerade bei den Finanzen im Alter ganz schön groß sein“, beobachtet R+V-Rentenexpertin Daniela Steinle. „Aber immer mehr Frauen erkennen, dass sie selbst etwas tun und ihren finanziellen Freiraum im Alter erweitern können“, erläutert Steinle.  

Doch nicht nur Frauen sind skeptisch was ihren Lebensstandard im Alter angeht. Rund 59 Prozent der befragten 2.000 Bundesbürger zwischen 18 und 65 gaben an, sich im Rentenalter weniger leisten zu können als heute – am pessimistischsten ist dabei die Altersgruppe zwischen 40 und 49. Bei der „Generation Mitte“ sind knapp zwei Drittel von einem sinkenden Lebensstandard überzeugt. Entsprechend groß scheint hier auch die Bereitschaft vorzusorgen. Mehr als 40 Prozent der in dieser Altersgruppe befragten Männer und Frauen gaben an, die private Altersvorsorge für äußerst bzw. sehr wichtig zu halten.