Was Elektronikversicherungen für Makler interessant macht

Berater von Carla Fritz

Nicht hinter jedem Computerabsturz steckt zwangsläufig eine Cyberattacke und hinter Datenverlust nicht immer Datenklau. Wie eine Elektronikversicherung hier über die Inhaltspolice hinaus helfen kann, das wäre der Firmenkundschaft zu vermitteln.

Für Firmenkunden durchaus interessant: Die Elektronikversicherung.

Für Firmenkunden durchaus interessant: Die Elektronikversicherung. Foto: Unsplash - pixabay.de

Längst hat die Digitalisierung auch kleine und mittelständische Unternehmen hierzulande erreicht. „Einen Konzentrationsprozess gibt es insbesondere bei vielen Dienstleistern, ebenso in Arztpraxen, aber durchaus auch bei Branchen wie der Hotellerie oder der Systemgastronomie“, bilanziert Martin Gayda von der Continentale.

Versichert ist die Hightech in vielen Fällen über die Firmeninhaltsversicherung. „Absicherung der klassischen Totalschadenrisiken wie Feuer und Einbruchdiebstahl. Das macht fast jeder“, so René Schmidt, Underwriter für Technische Versicherungen bei der Inter. Häufig steigt das Risiko für die empfindliche Technik aber auch wegen fahrlässiger, unsachgemäßer Handhabung.

Hohe Sturzgefahr besteht für mobile Geräte im Außeneinsatz. Ob vom Baugerüst oder vom Autodach – kurz abgelegt und bei Abfahrt vergessen. „Das sind die Klassiker“, so Schmidt. Pechvögel sind demnach auch schon über ihre Messtechnik – Baulaser oder Nivelliergeräte – gefahren. Es gibt aber auch den Zahnarztstuhl, wo die Hydraulik schlappmacht, weil der Patient zu schwer war.

In solchen und anderen Fällen käme die Elektronikversicherung zum Zug, die zum Beispiel auch einfachen Diebstahl abdeckt. „Wir reden hier von einer All-Risk-Deckung. Da ist alles versichert mit wenigen Ausnahmen wie beispielsweise Vorsatz, Verschleiß und Krieg“, zieht Underwriter Schmidt den Vergleich zur Inhaltsversicherung.

Alles im Kasten

Das vereinfacht zwar vieles, enthebt aber nicht von der Suche nach dem jeweils passenden Deckungskonzept auf einem schnelllebigen Markt. Gerade erst hat die Zurich die Überarbeitung ihre Elektronikpolice vermeldet. Das gängige Baukastenprinzip lässt viele Varianten zu – mit der Elektronikversicherung für Hardware und Betriebssoftware als Fundament.

Marktgängig für diesen Basisschutz ist eine Mindestprämie von 150 bis 250 Euro für Versicherungssummen zwischen 20.000 und 30.000 Euro, bei Selbstbehalten zwischen 150 und 500 Euro. Wer es bei der Elektronikversicherung ein paar Nummern kleiner will, kann das inzwischen auch mit einem Zusatzbaustein zur Inhaltsversicherung. „Große Kunden kämen für so eine Klauselerweiterung nicht infrage. Sie brauchen weiterhin einen eigenständigen Vertrag“, erklärt Gayda vom Anbieter Continentale.

Ein vorzeitiger Deckungsbeginn ergibt Sinn. Damit besteht Schutz schon ab Anlieferung – und nicht erst bei Inbetriebnahme des Geräts. Dass der Elektronikvertrag – bei Totalschaden – auch die Mehrkosten für die aktuelle Nachfolgegeneration des Geräts abdeckt, davon kann man nicht standardmäßig ausgehen. „Gerade in älteren Verträgen könnte diese Klausel für Technologiefortschritt fehlen“, bemerkt Gayda. Makler sollten das nachprüfen.

Was Makler bei der Absicherung von mobilen Geräten, Hard- und Software zu beachten haben, lesen Sie in der kommenden Ausgabe der procontra ab dem 10. März 2017.

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