PKV: Chance für Beitragssenkung durch Sterbehilfe

Recht & Haftung Berater Top News von Dr. Johannes Fiala und Peter Schramm

PKV verzögert Erlösung durch Erstattung unnötiger Kosten

In der PKV ist nur die medizinisch notwendige Heilbehandlung versichert. Ist Heilung ausgeschlossen, wird es schwieriger. Dann ist Kriterium die Milderung der Symptome. Unter Umständen wird für Behandlungen geleistet, deren Wirksamkeit nicht erwiesen ist. Die PKV wird intensiv prüfen und keinesfalls für alles zahlen, was der Arzt vorschlägt oder der Patient bzw. dessen Angehörige gerne möchten.

Werden jedoch Wochen, Monate oder jahrelang sterbenskranke Demente künstlich ernährt, und dafür die Kosten von der PKV ohne nachvollziehbare Verpflichtung erstattet, so verhindert die PKV einen Gnadenakt und Akt der Erlösung. Und die PKV verwendet für diese Leidensverlängerung unberechtigt das Geld jedes Angehörigen der Versichertengemeinschaft. Sie missachtet damit das Recht der Betroffenen auf ein würdiges Sterben. PKV-Vorstände, die hier wegsehen, handeln verwerflich – sie könnten sogar zum Schadenersatz herangezogen werden.

PKV muss zur Sterbehilfe beraten

Manchmal bezahlt die PKV nichts, vor allem wenn es zu teuer wird – vielleicht bei der DaVinci-Krebstherapie oder der nicht streuenden alternativen Protonenbestrahlung. Dieses Risiko der „strategischen Schadensregulierung“ müsste jedem Versicherungsmakler bekannt sein – um bei Bedarf eine Rechtsschutzversicherung zusätzlich empfehlen zu müssen. Andererseits müsste er auch um das Risiko wissen, wann die PKV-Kostenerstattung zur Leidensverlängerung führt.

Der PKV-Versicherer - bzw. der Makler – haben gemäß § 6 VVG auch Beratungspflichten bei laufendem Vertrag. Dazu gehören auch Beratungen zu Leistungen - diese kann man als Versicherungsnehmer (VN) verlangen, inklusive nachvollziehbarer schriftlicher Dokumentation und Haftung des Beraters bzw. Versicherers.

Viele Versicherer (VR) bieten auch medizinische Beratungen - etwa als ärztliche Zweitmeinung oder medizinisches Callcenter an. Die PKV leistet mindestens in Europa unbegrenzt, weltweit mindestens befristet. Also kann sie auch legale Sterbehilfeleistungen durch Ärzte erbringen – dazu muss sie dann auch beraten.

Chance für Beitragssenkung in der PKV durch Sterbehilfe

Wenn der VN sein Vermögen für sinnlose Behandlungen nicht mal in der Hoffnung verschwendet, ihm könne geholfen werden, können sich die Erben beim Makler oder VR schadlos halten, wenn der VN bei sachgemäßer Beratung eine legale ärztliche Sterbehilfe in Anspruch genommen hätte. Bei ausreichend deutlicher Aufklärung würde sich der VN auch sachgemäß entschieden haben.

Objektiv werden viele Versicherte, die heute hohe Leistungen von ihrer PKV verlangen, dann eine sichere für sie angenehmere und preiswertere Alternative wählen. Zu einer sachgemäßen Entscheidung sollte die PKV auch mit dem Hinweis auf die fehlende Erstattungspflicht für Maßnahmen ohne medizinisch indiziertes Therapieziel beitragen. Daneben hätte dies insbesondere in der Niedrigzinsphase für die PKV-Versicherten den Vorteil der Einsparung von Leistungen und damit Abmilderung von Beitragserhöhungen.

Seite 1: Gier im Gesundheitssystem
Seite 2: Künstliche Lebensverlängerung statt Sterbehilfe
Seite 3: PKV: Chance für Beitragssenkung durch Sterbehilfe
Seite 4: Straflose Beihilfe zum freiverantwortlichen Suizid?