Neue Abmahnwelle trifft Vermittler

Berater Meistgeklickt von Florian Burghardt

Derzeit erhalten wieder einige Vermittler unerfreuliche Post. Im Kern der Abmahnung geht es um Honorare und Provisionen. Absender ist ein alter Bekannter. Für Betroffene gibt es bereits gratis Rechtstipps.

Der Honorarberater Fidentus geht aktuell gegen zweigleisig fahrende Vermittler vor.

Der Honorarberater Fidentus geht aktuell gegen zweigleisig fahrende Vermittler vor.

Im Dezember und Januar haben bereits einige Finanzanlagenvermittler unerwartet Post von der Fareds Rechtsanwaltsgesellschaft mbH aus Hamburg erhalten. Weitere Briefe sollen in den kommenden Wochen und Monaten folgen. Inhalt der Schreiben sind Abmahnungen, welche die Anwaltskanzlei im Auftrag ihres Mandanten, dem Honorar-Finanzanlagenberater Fidentus GmbH aus Regensburg, versendet.

Den betroffenen Vermittlern wird vorgeworfen, dass sie auf ihren Internetseiten unrechtmäßig mit der reinen Honorarberatung für Finanzanlagen gemäß § 34h GewO werben. Gleichzeitig haben sie aber lediglich eine Erlaubnis als provisionsbasierter Vermittler nach § 34f GewO inne. Durch die Erlaubnis nach 34h erlischt die Zulassung nach 34f aber automatisch. Das schreibt die Gewerbeordnung vor.

Honorar oder Provision - entscheiden Sie sich!

Durch die Abmahnungen fordert Fidentus die Vermittler dazu auf, es zukünftig zu unterlassen, Honorarberatung zu bewerben oder gar auszuführen, wenn sie nicht über die notwendige Erlaubnis verfügen.

„Die Abgemahnten möchten schlicht unter Umgehung der gesetzlichen Vorgaben die Vorteile beider Beratungssysteme ausnutzen. Eine Abgabe ihrer Zulassung gemäß § 34 f GewO kommt für sie nicht in Frage, da sie dadurch die Provisionen verlieren würden, auf die sie bisher den Hauptteil ihres Geschäfts gestützt zu haben scheinen. Gleichzeitig möchten sie jedoch die werbewirksamen Effekte eines Honorarberaters ausnutzen“, erläutert Robert Zovko, Geschäftsführer von Fidentus, auf procontra-Nachfrage das Vorgehen.

Gratis Rechtstipps

Mit der Abmahnung verbunden sind Rechtsverfolgungskosten. Diese muss die Gegenseite, also der Abgemahnte, tragen, falls er sich rechtswidrig verhalten hat. Laut einer Stellungnahme der Anwaltskanzlei Jöhnke & Reichow aus Hamburg belaufen sich diese Kosten auf 984,60 Euro pro abgemahntem Vermittler.

Jöhnke & Reichow spricht damit direkt die abgemahnten Unternehmen an und listet zugleich unverbindliche Tipps für die Betroffenen auf. So wird empfohlen, vorerst nicht den geforderten Betrag aus der Abmahnung zu bezahlen und die beigefügte Unterlassungserklärung nicht zu unterschreiben.

Besonders wichtig sei für die Vermittler außerdem, auf jeden Fall die im Brief gesetzten Fristen einzuhalten. Ansonsten würden rechtliche Schritte drohen, die für die Abgemahnten weitere Kosten verursachen würden.

Seite 1: Abmahnschreiben an Vermittler
Seite 2: Undankbare Rolle für Fidentus

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