Bauspar-Urteil: Wüstenrot jubelt, Verbraucherschützer besorgt

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Ein Urteil zugunsten der Bausparer hätte die schwierige Situation der Bausparkassen noch zusätzlich erschwert. „Sollte der BGH gegen die Kassen entscheiden, bekäme die ganze Bausparkassen-Branche eine schwere Grippe", wurde Hans-Peter Burghof, Betriebswissenschaftler an der Universität Hohenheim, vor der Urteilsverkündung von diversen Medien zitiert.  

Durch die niedrigen Zinsen war das Geschäftsmodell der Bausparkassen zuletzt ausgehöhlt worden. Zum einen belasten die Bausparkassen die damals für die gesamte Sparphase festgeschriebenen Zinsen, die weit über die den heute gängigen Zinssätzen rangieren. Zum anderen ging die Zahl der in Anspruch genommenen Bauspardarlehen in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurück – auf mittlerweile nur noch ein Drittel des Wertes von 1985.

Statt ihre zuteilungsreifen Darlehen abzurufen, suchen sich viele Sparer dann angesichts der derzeitigen Niedrigzinsen lieber günstigere Anbieter. Für die Bausparkassen ist das ein Problem: Schließlich gehören die Zinseinnahmen aus den Darlehen zu den Haupteinnahmequellen der Bausparkassen. 

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