Bargeld-Streit mit Hausratversicherer

Berater von Martin Thaler

Muss eine Versicherung für Bargeld aufkommen, dass bei einem Einbruch gestohlen wird. Das OLG Oldenburg nahm sich dieser Frage an.

Vor Gericht ging es um einen Einbruch und die spätere Leistung der Hausratversicherung.

Vor Gericht ging es um einen Einbruch und die spätere Leistung der Hausratversicherung. Foto: ElisaRiva - Pixabay.de

Die Zahl der Einbrüche steigt seit einigen Jahren – gut, wer im Fall der Fälle über eine Hausratversicherung verfügt, die zumindest den materiellen Schaden ersetzen kann. Doch was passiert, wenn größere Bargeldsummen im Haus aufbewahrt werden und diese geklaut werden? Mit dieser Frage musste sich nun das Oldenburger Oberlandesgericht (Az: 5 U 162/16) beschäftigen.  

Was war passiert?  

Ein Osnabrücker Restaurantbesitzer war Opfer eines Einbruchs geworden. In seinen Privaträumen hatte der Mann auch Trinkgelder in erheblicher Höhe aufbewahrt. Die Hausratversicherung des Mannes verwies auf die allgemeinen Vertragsbedingungen. Diese besagten, dass Bargeld, das nicht in einem Tresor aufbewahrt wird, nur bis zu einer Höhe von 1.100 Euro ersetzt werde. Der Mann klagte dagegen.  

Die Versicherung hätte ihn seiner Meinung nach explizit auf besagte Klausel hinweisen müssen. Schließlich habe sie damit rechnen müssen, dass er als Restaurantbesitzer Trinkgelder in bar aufbewahre. Da dieser konkrete Hinweis seitens der Versicherung ausblieb, sei die Klausel aus den allgemeinen Vertragsbedingungen auch nicht gültig, so der Mann.  

Das sahen die Oldenburger Richter indes anders. Die Versicherung habe keine gesonderte Hinweispflicht. Aus Sicht des Gerichts müsse auch ein Laie damit rechnen, dass Bargeld, das außerhalb eines Tresors aufbewahrt werde, nur bis zu einer bestimmten Höhe ersetzt werde. Die Klausel benachteilige den Versicherungsnehmer also nicht in unangemessener Weise.  

Zudem hatte die Versicherung dem Mann in einem vorherigen Fall schon einmal einen gekürzten Beitrag erstattet und den Mann auf besagte Klausel hingewiesen. Der Mann könne folglich nicht argumentieren, dass diese für ihn überraschend sei, so die Richter.